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Dienstag, Juni 24, 2008

Die Pflege von Demenzkranken wird finanziell besser gestellt

Ab dem 1. Juli ändert sich endlich etwas. Während früher nur Demenzkranke der Pflegestufe 1 oder höher Leistungen erhielten, wird der Kreis der Begünstigten nun erweitert. Während ein Demenzerkrankter bis dato noch einen zu erkennenden “erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarf” braucht, um immerhin 460,- Euro pro Jahr anerkannt zu bekommen, ist ab 1. Juli die Änderung da. Dann ist die Anerkennung der Pflegestufe keine unerlässliche Voraussetzung mehr für die Bedarfszahlung, die dann auf 1.200,- bzw.2.400,- Euro pro Jahr steigt. Dann können bereits Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz Leistungen erhalten, wie der Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes Essen, Peter Pick zu der Änderung sagt. Demenzerkrankte, die heute bis dato die 460,- Euro pro Jahr erhalten, sind automatisch in die Erhöhung einbezogen und erhalten vom 1. Juli ab 100,- Euro monatlich. Nur bei einem höheren Betrag muss ein neuer Antrag gestellt werden.

Durch die Erhöhung wird auch endlich der Bedarf an Hilfe für Demenzerkrankte, die mit Einschränkungen noch an ihrem Alltag teilhaben können, erkannt. Auch wenn meiner Ansicht nach die neuen Leistungen nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind, so entlasten sie den Demenzerkrankten und auch seine Familie, die ja oft unentgeltlich die oftmals sehr aufwändige Pflege übernimmt, doch zumindest zum Teil.

Ob ein “erheblicher allgemeiner Betreuungsbedarf” vorliegt, wird von der Pflegekasse und dem Medizinischen Dienst gemeinsam entschieden. Der Betreuungsbedarf wird anhand eines Kriterienkatalogs mit 13 Punkten geprüft. Zu den Kriterien gehören wichtige Verhaltensweisen wie “Unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereichs” oder zum Beispiel “Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen”. Gerade an dem zweiten Punkt können oft auch Angehörige oder Freunde die Demenzerkrankung eines Menschen im Anfangsstadium erkennen. Da wird der Herd nicht mehr ausgeschaltet (öfter, nicht einmal, so etwas kann immer passieren), oder der Erkrankte hat kein Gefühl mehr für Gefahr. Wichtig ist immer, genau hinzusehen und nach Änderungen im Verhalten Ausschau zu halten. Eine Demenzerkrankung ist keine Schande und man kann den Betroffenen das Leben sehr erleichtern, in dem man eben nicht wegsieht und das Geschehen verdrängt, sondern frühzeitig zum Arzt geht und mögliche Hilfsmaßnahme bespricht. Und eben auch, in dem man die finanziellen Hilfen in Anspruch nimmt, die zum Beispiel eine Kurzzeitpflege oder andere Betreuungsmöglichkeiten finanzieren können.

Posted by Christel on 06/24 at 11:21 AM
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