Die Pflegeversicherung wird reformiert
Eine Versicherung, die es erst seit dreizehn Jahren gibt, muss reformiert werden? Geht es nach der Ansicht vieler, nicht nur auf Seiten der Politiker, sondern auch auf Seiten der Experten, ist dies längst an der Zeit. Ob man jedoch wirklich von einer Reformation sprechen kann, ist fraglich. Denn dies wäre die Rückkehr zu dem, was früher war, zumindest wenn man die wörtliche Bedeutung des lateinischen Wortes „reformatio“ nimmt. Aber vor der jetzt geltenden Pflegeversicherung gab es nichts in diesem Bereich, erst Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde erkannt, wie wichtig eine Absicherung von Menschen innerhalb einer solchen Versicherung ist. Funktioniert hat die Pflegeversicherung jedoch nie wirklich, zu viele bürokratische Hürden, die am Wohl der – meist älteren- pflegebedürftigen Menschen meist völlig vorbeiging.
Und nun soll, zumindest will die Politik es so, die Reform dieser so wichtigen Versicherung in Kraft treten. Am 1. Juli 2008 soll es endlich soweit sein, und soll hauptsächliche die häusliche Pflege in den Mittelpunkt rücken. Laut einer telefonischen Umfrage des Altenmonitors mit 1 000 Personen über 50 Jahren, ergab das Ergebnis im Jahre 2006 eine erschreckende Zahl. Nicht einmal ein Viertel der Befragten, genauer gesagt 23%, glaubten an die respekt- und würdevolle Behandlung von Alten und Pflegebedürftigen in Heimen. Noch erschreckender ist jedoch die Anzahl der Personen, die sich für eine Pflege im Heim entscheiden würden: Nur 13 % würden bei einer Pflegebedürftigkeit überhaupt in ein Altenheim gehen und sich für eine stationäre Pflege entscheiden.
Dies sind Zahlen, die sehr nachdenklich machen, in einer Zeit der Pflegeengpässe umso mehr. Vor Jahren habe ich selbst eine Zeitlang neben dem Studium in einem Altenpflegeheim gearbeitet und kann viele dieser Menschen verstehen, da die Zeit und das mangelnde Personal oft den Bedürfnissen der pflegebedürftigen Menschen entgegenstehen. Die schwarzen Schafe unter den Pflegern und Heimen nicht zu vergessen, auch diese gab es immer und wird es immer geben, solange keine entsprechende Kontrollinstanz geschaffen wird.
Die Pflegeversicherung soll nun verbessert werden. Nicht reformiert, denn wir wollen alle nicht zurück zu der Zeit vorher. Aber ob die Veränderung dieser wichtigen Versicherung etwas bringen wird, kann keiner so richtig sagen. Auch die Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Elke Weidenbach, ist skeptisch: „Die gesetzliche Pflegeversicherung war und ist nach wie vor eine Teilkaskoversicherung, die im Ernstfall nur einen Teil der anfallenden Kosten decken kann“. Durch die Maschen der veränderten Pflegeversicherung werden möglicherweise wieder jene fallen, die keine Kinder haben, heute zahlen sie schon bereits höhere Beiträge als die Versicherten, die Kinder haben. Ob sie deshalb mehr Pflege erhalten werden aufgrund der höheren Beiträge, ist mehr als fraglich. Denn meist ist es doch noch das Familiengefüge, das letztlich für die pflegebedürftigen Verwandten da ist. Schade, dabei wäre so viel möglich mit einer sehr guten Pflegeversicherung, die wirklich Bedürfnisse erkennt und keine neue Bürokratie hervorbringt …
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