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Freitag, November 25, 2011

Die Riester-Rente und der Sparstrumpf

Ein Tiefschlag folgt auf den nächsten: Die Riester-Rente hat zu ihrem Geburtstag wahrlich keinen leichten Stand. Zu den Gästen, die statt zu gratulieren nicht mit Kritik am System und den Anbietern der staatlich geförderten Altersvorsorge sparen, gehört jetzt auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Dessen Expertin für Verbraucherpolitik, Kornelia Hagen, und Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten (BdV) schrieben einen nachdenklich stimmenden Satz auf die Grußkarte zum Zehnjährigen: „Riester-Sparer erzielen in vielen Fällen nur so viel Rendite, als hätten sie ihr Kapital im Sparstrumpf gesammelt.“

Die Riester-Rente habe sich zu Ungunsten der Verbraucher entwickelt, lautet das ernüchternde Fazit der Experten. Sie haben sich die Mühe gemacht und die mögliche Rendite des Produkts berechnet. Demnach müsste eine 35-jährige Frau, die sich 2001 für die private Altersvorsorge nach Riester entschieden hat, das 78. Lebensjahr erreichen, um ihre eigenen Beiträge plus die Zulagen ausgezahlt zu bekommen. Für eine Rendite von 2,5 Prozent sei eine Lebenserwartung von 90 Jahren nötig; unwahrscheinliche 128 Jahre bei einer Rendite von fünf Prozent. Abhängig von den Überschüssen, die seitens der Versicherung erwirtschaftet werden, verschiebe sich die Altersgrenze – in den Beispielen auf 82 und 92 Jahre.

Als eines der Probleme der Riester-Rente haben Kornelia Hagen und Axel Kleinlein die Sterbetafeln der Unternehmen ausgemacht. „Die Lebensversicherer kalkulieren dabei mit sehr hohen Lebenserwartungen“, erklärten die Experten. Hier spielt dann auch die Pflicht zu Unisex-Tarifen, also gleichen Beiträgen für Männer und Frauen, eine Rolle. Wurden 2011 noch 12,7 Prozent des Kapitals für den Fall zurückgelegt, dass ein 35-jähriger Mann älter als 85 Jahre wird, sind es jetzt bereits 33,2 Prozent. Immerhin haben DIW und BdV zumindest eine gute Nachricht: „Man kann nicht sagen, dass es sich um eine gute Anlage handelt, wahrscheinlich ist sie aber sicherer als irgendwelche spekulativen Anlagen.“ Bei den Assekuranzen stößt die Kritik auf herbe Gegenwehr. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen plant inzwischen, die Kostentransparenz zu verbessern.

Posted by Andre on 11/25 at 10:26 AM
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