Die Signale von Alzheimer - Das Vergessen macht nicht halt
Nicht jeder, der vergisst, geht auch ins Vergessen. Vielleicht könnte man ihn so umschreiben, den Unterschied zwischen der dem Menschen normalen Vergesslichkeit und der Demenzerkrankung namens Alzheimer. Denn wer kennt es nicht, das Vergessen einer Telefonnummer, eines Namens, eines wichtigen Termins. Der Mensch an sich ist eben auch vergesslich, dies gehört zum Menschsein dazu. Schlimm ist jedoch, wenn die Vergesslichkeit zum Vergessen wird. Wann dies soweit ist und der Weg Richtung Alzheimer beschritten wird, zeigen einige Signale, die wir Ihnen hier auch nennen möchten. Sollte eines dieser Signale auftreten, sollte umgehend der Weg zum Hausarzt und zum Neurologen gegangen werden. Denn: Je später Alzheimer erkannt wird, desto schneller findet die Reise statt in das völlige Vergessen…
Das Problem Wortfindung
Dieses vertrackte Wort, das einem absolut nicht mehr einfallen will. Man kannte es doch vorher noch. Aber dann ist es weg. Dies ist etwas, das zum Alltag gehört und zum Beispiel auch aufgrund von Stress bei jedem Menschen auftreten kann. Ein an Alzheimer Erkrankter jedoch unterscheidet sich hiervon dann dadurch, dass er nicht nur das Wort „nicht mehr findet“, sondern es regelrecht vergisst. Der Erkrankte verwendet stattdessen dann falsche Wörter oder kreiert gleich ganz neue Worte, die es im Sprachgebrauch so gar nicht gibt. Hinschauen sollten Angehörige außerdem beim Thema Wörter, wenn ein Mensch immer wieder deutlich ausweicht, wenn es um das Erklären einer Sache geht, weil ihm die Wörter dazu fehlen.
Vergesslichkeit oder das Vergessen?
Den Namen eines Bekannten vergessen, das kann jedem passieren. Ich zum Beispiel konnte mich die ersten Monate der Behandlungszeit einfach nicht an den Namen meines Hausarztes erinnert, er war immer wie weggeblasen. Inzwischen bin ich aus dieser Vergesslichkeit wieder aufgetaucht und kenne ihn nach Jahren der Behandlung sehr gut, ebenso wie die Telefonnummer seiner Praxis. Bei einem Alzheimer-Erkrankten ist dies jedoch anders. Hier wird nicht nur der Name vergessen, sondern irgendwann geht auch der Bezug zu der Person verloren, die den Namen trägt. Die Person wird schlichtweg als Ganzes vergessen und dem Vergessen preisgegeben. Vielen Demenzerkrankten ist es eigen, dass sie irgendwann damit anfangen, Personen dann zu verwechseln und nahestehende Menschen plötzlich mit Namen von Personen aus ihrer Vergangenheit zu bezeichnen. Das Gedächtnis wird nach und nach ausgelöscht. Vom Heute ins Gestern und immer mehr verliert der Mensch dabei sein Erinnerungsvermögen, bis er wieder zum kleinen Kind wird. Gerade Angehörige kommen damit meist gar nicht klar, was auch verständlich ist. Hier sollte gründlich darüber nachgedacht werden, ob nicht statt der Pflege bei den Kindern zuhause die Pflege in einem speziellen Alzheimer-Heim oder zumindest in einer darauf spezialisierten Alzheimer-Station in einem Seniorenpflegeheim gewählt werden sollte. Oft sind die Erkrankten hier besser aufgehoben, da man auf ihre ganz anders werdenden Bedürfnisse eingehen kann.
Weitere Signale für eine mögliche Erkrankung an Altersdemenz sind:
Der Verlust der Orientierung
Der Weg nach Hause wird vergessen, das Jahr, der Monat, die Jahreszeit. Alles verschwindet und damit auch die Orientierung an diese Zeit- und Lebensräume. Doch gerade diese braucht ein Mensch, um einen Halt zu haben. Der Alzheimer-Erkrankte hat diesen Halt nicht mehr und verliert sich in einer Orientierungslosigkeit, aus der er selbst irgendwann keinen Weg mehr finden kann.
Die Persönlichkeit verändert sich
Bis heute kann niemand wirklich sagen, wieso sich die Persönlichkeit eines Menschen als Folge der Demenzerkrankung verändert. Doch sie verändert sich, das ist Fakt. So kann aus einem jahrzehntelang sanften Menschen ein aufbrausender, cholerischer Mensch werden. Auch dies kann ein wichtiges Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung sein.
Der Alltag wird zur Last
Der Herd wird angeschaltet, aber nicht mehr ab. Das ist fast jedem schon einmal passiert. Dem an Alzheimer Erkrankten ist es jedoch eigen, dass dies nicht nur einmal passiert, sondern dann immer wieder, weil er sich an seinen Fehler einfach nicht erinnern kann. Der Herd wird einfach vergessen, die dazugehörige Tätigkeit, das Kochen, dann oft auch. Hier sollten Angehörige ganz schnell aufhorchen, damit der Demenzerkrankte nicht sich selbst oder auch noch andere in Gefahr bringt. Aber auch das Anziehen stellt irgendwann eine Last dar. Da werden Kleidungsstücke falsch herum angezogen, zwei verschiedene Schuhe getragen oder möglicherweise gar ein Kleidungsstück einfach vergessen.
Wenn ein Angehöriger eines oder gleich mehrere dieser Anzeichen zeigt, sollte um seinetwillen der Arzt aufgesucht werden. Auch wenn die Demenzerkrankung heutzutage leider immer noch oft tabuisiert wird, so ist dennoch eine gute Behandlung wichtig. Deshalb sollte der Weg zum Arzt auf keinen Fall gescheut werden, auch wenn es auf den ersten Blick fast ein wenig peinlich sein mag. Es dient nicht nur dem Erkrankten, sondern auch den Angehörigen selbst. Denn eines ist sicher: Ein Übersehen oder Verdrängen der Symptome ist hier genau der falsche Weg.
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