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Freitag, Oktober 15, 2010

Die Wohngebäudeversicherung wird teurer

Im Bereich Kfz-Versicherung herrscht schon seit Jahren ein teils ruinöser Preiskampf. Nicht viel besser sieht es mittlerweile in der Sparte Wohngebäudeversicherung aus. Jetzt treten die Unternehmen auf die Kostenbremse. Das heißt für Kunden, die häufiger einen Schaden gemeldet haben: Ihnen droht im schlimmsten Fall die Kündigung und damit der Verlust ihres Versicherungsschutzes.

Abgesehen davon, dass die Preisschraube häufig zu locker gedreht wurde, haben auch die extremen Wetterereignisse zu dieser Entwicklung beigetragen. Sie spiegelt sich in einer durchschnittlichen Schaden-Kosten-Quote von 112 Prozent wider. Für jeden Euro, den die Wohngebäudeversicherer an Prämien einnehmen, zahlen sie zwölf Cent drauf, um die Kosten decken zu können. Der Vorsitzende des Fachausschusses im Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Robert Pohlhausen, nennt die möglichen Folgen: „Wir gehen davon aus, dass sich das Schadengeschehen niederschlagen wird und die Preise moderat steigen werden.”

Dass höhere Schadenszahlungen, bedingt durch die Wetterkapriolen, die Bilanzen verhagelt haben, ist unbestritten. Der Bund der Versicherten (BdV) spricht jedoch auch von hausgemachten Problemen und spielt damit auf den Wettbewerb bei der Wohngebäudeversicherung an. Konnten die Schäden lange Zeit über die Kapitalerträge ausgeglichen werden, seien die Reserven jetzt aufgebraucht, so Thorsten Rudnik vom BdV. Das hat Konsequenzen. Die SV-Versicherung, immerhin Marktführer, will laut Financial Times Deutschland ab dem 1. Januar 2011 bei 130.000 Policen rund 18 Prozent mehr verlangen. Teilweise wurde bereits 2009 der Beitrag angepasst. Inwieweit dieser Schritt Signalwirkung hat, muss sich zeigen.

Denn eines hat sich nicht geändert: Der Kampf um das größte Stück vom Kuchen hält unvermindert an. Gerade Kunden, die nie einen Schaden melden, seien nicht bereit, tiefer in die Tasche zu greifen, weiß der Bund der Versicherten. Daher trifft es in erster Linie diejenigen, die öfter ihre Wohngebäudeversicherung in Anspruch nehmen bzw. genommen haben, wenn die Bestände der Unternehmen saniert werden. Wer eine Kündigung erhält, sollte mit der Versicherung Rücksprache nehmen, rät der BdV. Denn in einem solchen Fall werde es relativ schwer, einen neuen Vertrag zu erhalten. Die Experten empfehlen darüber hinaus, genau auf die Konditionen zu achten, insbesondere bei Schäden aus Rohren mit abfließendem Wasser und in puncto Gutachterkosten.

Posted by Andre on 10/15 at 07:59 AM
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