Diebstahlschäden erreichen Rekordniveau
In eine verwüstete Wohnung zu kommen, aus der sämtliche Wertgegenstände gestohlen wurden, ist und bleibt ein Albtraum. Im vergangenen Jahr erlebten ihn laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) etwa 370.000 Bundesbürger. Das sind zwar weniger Einbrüche als 2008 (390.000). Dafür stieg der Schaden je Fall von 1.103 auf 1.224 Euro. Daraus resultierten in der Sparte Hausratversicherung Ausgaben in Höhe von immerhin 460 Millionen Euro und damit knapp zehn Prozent mehr als im Vergleichszeitraum.
Die Summe setzt sich zusammen aus den reinen Diebstahlschäden, wenn zum Beispiel der neue Flachbildfernseher und das Notebook entwendet wurden, und den Schäden, die durch das gewaltsame Eindringen an Fenstern, Türen und Mobiliar entstanden. Dass die Hausratversicherung inzwischen mehr Geld je Einbruchdiebstahl aufbringen muss, liegt aus Sicht des GDV daran, dass die Häuser und Wohnungen immer wertvoller eingerichtet sind, insbesondere in puncto technische Geräte.
Anlass aufzuatmen geben die aktuellen Statistiken zwar nicht. Erfreulich ist jedoch, dass seltener eingebrochen wird. „Keine Frage, jeder Einbruch ist einer zu viel“, weiß auch GDV-Chef Jörg von Fürstenwerth. Verglichen mit den Zahlen zur Jahrtausendwende, als fast eine halbe Million Einbrüche zu Buche standen, ist man in der Verbrechensprävention aber schon einen großen Schritt vorangekommen. Dazu beigetragen haben unter anderem Aufklärungskampagnen der Versicherer und der Polizei, die gemeinsam auf www.nicht-bei-mir.de Tipps zum aktiven Einbruchschutz geben.
Die Befürchtung, dass aufgrund des höheren Schadenvolumens die Prämien für die Hausratversicherung steigen, ist derzeit noch unbegründet. „Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass unsere Kunden immer mehr Leistungen für teilweise sogar sinkende Prämien bekommen“, erklärt Jörg von Fürstenwerth. Dafür sorge alleine schon der Wettbewerb auf dem Versicherungsmarkt. Dass es dort noch Potenzial gibt, belegen die jüngsten Daten: Aktuell haben 77 Prozent der bundesdeutschen Haushalte einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen. 23 Prozent sind noch ohne Fahrschein.
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