Discount-Zertifikate – Sympathisches vom Discounter
Eine sympathische Spezialität des Zertifikate-Marktes stellen die sogenannten Discount-Zertifikate dar. Das Besondere an diesen Zertifikaten ist, dass ein sogenannter Abschlag bei Kauf stattfindet. Der Kunde bzw. Anleger also das jeweilige Zertifikat billiger erwirbt als der reale Wert des entsprechenden Underlyings am Markt darstellt. Z.B. steht eine Aktie, ein Index oder ein Rohstoff bei einem Wert von 100, dann erhält der Käufer das Discount-Zertifikat mit einem Abschlag von z.B. 20 Prozent, muss also nur 80 bezahlen. Der Preis, den er dafür bezahlt, ist allerdings auch, dass ein sogenannter Cap eingebaut wird. Sollte der Kurs des Underlyings stark steigen, ist die Gewinnbeteiligung, die Partizipation des Anlegers auf einen bestimmten Betrag begrenzt, also z.B. auf den Wert von 120 im vorgenannten Beispiel.
Welche Vorteile haben solche Discount-Zertifikate? Sie sind dann besonders interessant, wenn der Anleger nur mit leicht steigenden Kursen rechnet. Dann können Discount-Zertifikate am meisten Rendite erwirtschaften. Sollte allerdings der Kurs stark fallen, partizipiert der Anleger am Verlust wie jeder andere auch, hat allerdings zunächst diesen Risikopuffer von etwa 20 oder auch 30 Prozent. Auch wenn der Kurs nur leicht fällt, ist sein Verlust immer noch geringer als der eines normalen Anlegers. Sollte allerdings der Kurs leicht steigen, greift die besondere Qualität der Discount-Zertifikate. Denn sein Gewinn errechnet sich von seinem Kaufwert aus, der z.B. bei 80 lag. Wenn der Grundlagenwert, das Underlying auf 115 steigt, hat er einen Gewinn von 35 Euro zu verbuchen. Im Gegensatz zum Direktkäufer, der nur 15 Euro Gewinn erzielte.
Sollte hingegen, wie in einem weiteren Szenario, der Kurs stark steigen, z.B. auf 140 Euro, greift der erwähnte Cap. Die Grenze, bis zu der einen Partizipierung möglich war, und der Anleger wird z.B. bei 115 oder 120 schon herausgeworfen. Wenn man sich bei einer Aktie, einem Index oder einem Rohstoff relativ sicher ist, dass keine starken Anstiege zu erwarten sind, aber auch keine gravierenden Rückgänge, dann ist ein Discount-Zertifikat eine sehr attraktive Möglichkeit, an diesem Wert überdurchschnittlich zu partizipieren. Denn das Chance-Risiko-Verhältnis wird bei diesen Zertifikaten besser als wie beim jeweiligen Basiswert oder Underlying dargestellt. Insofern wird in erster Linie mit diesen Zertifikaten bei seitwärts tendierenden oder sogar leicht fallenden Märkten ein interessanter Gewinn eingefahren.
Nach der Emission und Platzierung eines Discount-Zertifikates werden diese Zertifikate an der Börse gehandelt, müssen also nicht bis zum Laufzeitende gehalten werden, können aber den Risikopuffer auch im freien Handel schnell verlieren. Immer zu beachten, wie bei allen Zertifikaten oder Börsenprodukten, ist der steuerliche Aspekt, sprich die Abgeltungssteuer ab 1.1.2009, die allerdings nicht greift, wenn die Laufzeit noch im Jahr 2008 ausläuft. Allerdings sind dann die typischen Spekulationsfristen zu beachten. Von der Definition her sind Discount-Zertifikate wie alle Zertifikate Inhaberschuldverschreibungen. Das heißt sollte die emittierende Bank pleite gehen, ist gewöhnlich das Geld komplett weg, in Deutschland ist das allerdings relativ unwahrscheinlich. Allerdings kann es nicht schaden, bei der Bank auf höchste Qualität im Ranking zu achten.
(Die Aussagen dieses Beitrags sind keine Anlageempfehlung und ersetzen nicht die Beratung durch einen qualifizierten Anlageberater)
Von Uwe Kraus
Finanzen • Geldanlage • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink
