Advanced Search

Mai 2012
S M T W T F S
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31    

Syndication


Partnerseiten
Impressum
Kontakt
Sitemap
AGB

Montag, Juli 21, 2008

Dritter Teil der Olympischen Smog-Spiele 2008

Peking und der Smog. Ein leidiges Thema, ein nicht zu Ende bringendes Thema. Eines, das uns über das ganze Jahr hinweg nicht interessiert, außer jenen, die dort Urlaub machen möchten oder arbeiten müssen. Nun aber sieht die ganze Welt auf Peking, in wenigen Tagen beginnen sie, die Olympischen Sommerspiele 2008. Aber irgendwie scheinen diese Spiele unter keinem guten Stern zu stehen. Schon den Fackellauf hatte sehr viel Kritik begleitet und eine Diskussion darüber, wie China mit Tibet umzugehen hätte. Diese Diskussionen sind verebbt, die Spiele rücken näher. Und nun zeigt sich wohl auch bei den Verantwortlichen des Internationalen Olympischen Komitees, dass die Vergabe der Sommerspiele 2008 an China vielleicht ein Fehler war. Dabei hätte man längst wissen müssen, wie es um die (schlechte) Luft in der Hauptstadt Peking bestellt ist. Die gemessenen Durchschnittswerte der Feinstaubbelastung sind ein Mehrfaches der von der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, vorgegebenen Richtwerte.

Und nun will Peking dem Smog trotzen und hat ihm den Kampf angesagt. Ein wenig spät, mag man meinen. Eingeführt wurden gestern Fahrverbote, die größten, die Peking jemals erlebt hat. Gut zwei Monate lang, bis zum Ende der Olympischen Sommerspiele dieses Jahres, darf nur noch ein Teil der Autos auf die Straße. Die dortige Regierung hat sich eine Idee ausgedacht, die fast richtig lustig wäre, würde es sich hierbei nicht um eine sehr ernste Angelegenheit handeln. Und um einen äußerst fragwürdigen Eingriff des chinesischen Staates in die Freiheit von Millionen Autofahrern. So dürfen seit dem gestrigen Tage nur jene Fahrzeuge unterwegs sein, welche die richtige Autonummer haben. Heute, am 21. Juli, sind dies die Autos, die ein ungerades Nummernschild ihr eigen nennen dürfen. Dies hört sich fast nach einer Art Schildbürgerstreich an, wäre die Lage nicht so ernst. Mit weiteren Verboten will man den Verkehr auf Pekings Straßen übrigens weiter herunter “säubern“. Von den derzeit 3,2 Millionen Fahrzeugen sollen dann bis zu zwei Millionen Autos aus dem Stadtbild verschwunden sein als fahrbare Untersätze. 

Unterdessen wurden am Samstag drei neue U-Bahn-Linien in der chinesischen Hauptstadt eingeweiht. Eine davon fährt zu den wichtigsten der Wettkampfstätten und entlastet damit den Verkehr. Freigegeben für den „normalen“ Fahrgast Pekings ist sie jedoch noch lange nicht. Bis nach den Paralympischen Spielen sind sie für die gewöhnliche Bevölkerung tabu. Mitfahren dürfen bis dahin nur die Sportler sowie ihre Trainer, Journalisten, die eine Akkreditierung für die Spiele besitzen und Zuschauer, die eine Eintrittskarte für eine der Wettkampfstätten haben. Für die Zuschauer ist die Fahrt übrigens kostenlos, da die Eintrittskarte gleichzeitig als Berechtigung für die Fahrt gilt. Wenigstens hier wurde mitgedacht, muss man positiv hervorheben.

Schlimm ist es aber, wenn Sportler schon im Vorfeld ihre Konsequenzen ziehen. So hat der große Star des Marathons, der Weltrekordler Haile Gebrselassie aus Äthiopien, seine Teilnahme wegen der Gesundheitsbelastung durch die verdammt miese Luft in Peking abgesagt. Dies ist natürlich etwas, was die Olympischen Sommerspiele 2008 auch in der eines Tages erfolgenden Rückschau nicht zu guten Spielen machen wird. Haile Gebrselassie ist eben nicht nur irgendein Marathonläufer, er ist das Zugpferd der männlichen Garde dieses Sports und damit auch der Zuschauermagnet überhaupt. Hier stellt sich dann erneut die Frage: Hätten die Spiele nach China vergeben werden müssen, in die Hauptstadt des Smogs? Es wird sich zeigen, wie die Spiele laufen werden und ob nicht der eine oder andere Sportler auch während der Olympischen Smog-Spiele 2008 freiwillig die Segel streicht und das Handtuch wirft, weil die Gesundheitsgefährdung nicht mehr tragbar war. Die ersten beiden Teile dieser Artikelserie zu den Olympischen Sommerspielen 2008 finden Sie übrigens hier (Teil Eins und Teil Zwei). Und natürlich werden wir Sie auch weiterhin auf dem Laufenden halten, was vor und während der Spiele passieren wird.

Posted by Christel on 07/21 at 02:50 PM
NewsGesundheitUmwelt • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink
Page 1 of 1 pages

Name:

Email: (optional)

URL: (optional)

Smileys

Persönliche Daten merken

Bei Folge-Kommentaren benachrichtigen?