Embryonen im Reagenzglas - Die Aufweichung des Lebensschutzes von Individuen
In Großbritannien sind gerade Planungen im Gange, die so manchem Kritiker nicht gefallen. Dabei geht es um einen Gesetzentwurf, der gerade durch die ganze Welt geistert und sehr viele Menschen empört. Bei dem Gesetzentwurf der Briten geht es um die Erlaubnis für Eltern, Embryonen zu züchten im Reagenzglas – durch künstliche Befruchtung – und diese dann als Organspender und Zellspender für das schwerkranke Kind, das sie vorher zur Welt gebracht haben. Es ist ein fataler Weg, den Großbritannien da gehen will. Züchtung von Embryonen als Ersatzteillager?
Die Bayerische Familienministerin, Christa Stewens, fand deshalb auch heute klare Worte dafür: «Der Mensch ist ein Individuum und kein Ersatzteillager. Dieses Verfahren ist mit christlichen und ethischen Grundsätzen nicht zu vereinbaren. Eine Unterscheidung von lebenswertem und lebensunwertem Leben darf es nicht geben». Weiter war sie der Ansicht, dass die Würde des Menschen bereits vor der Geburt beginne, ab dem Zeitpunkt der natürlichen oder künstlichen Befruchtung. Natürlich hat hier jeder Mensch seine eigene Meinung, seine eigenen Bedenken. Nur sollte der Vorstoß, der da von den Briten kommt, nicht ungeprüft bleiben. Was ist, wenn die so gezüchteten Embryonen dann selbst Träger von Erbkrankheiten sind? Und es ist mit der Ethik, wenn werdendes Leben einfach so dazu verwendet wird, als Züchtung für einen anderen Menschen zu dienen? Wie weit sind wir dann noch entfernt von den Experimenten, die in den Konzentrationslagern stattfanden vor über 60 Jahren? Manchmal können einem die Ideen von Wissenschaftlern sehr viel Angst machen. Gerade im Bereich der Genetik passiert vieles im grauen Bereich und kein Mensch weiß, was da noch so alles – unter Ausschluss der Öffentlichkeit – erforscht und versucht wird.
Denn bei all dem, was der Gesundheit dienen soll, muss man eben auch immer zwei Seiten sehen. Nicht nur die, welche der Gesundheit dient. Sondern eben auch jene, die irgendjemandem einen Schaden zufügen kann oder auf jeden Fall zufügt. Die gezüchteten Embryonen wären Lebewesen, denen die Berechtigung zum Leben abgesprochen wird. Hier geht es nicht um das Ja oder Nein von Abtreibungen. Hier geht es um ganz bewusste Entscheidungen für künstliche Befruchtungen, die dann aber kein eigenständiges Leben hervorbringen dürfen. Ist die Welt nicht manchmal irre? Können wir nur hoffen, dass unsere Politiker, die Gesetze entwerfen und diese dann auch verabschieden, eine bessere Weitsicht haben als ihre britischen Kollegen.
