Energie-Tendenzen: Gaspreise sinken - Strompreise steigen
Meist unbekannt beim Verbraucher: Querfinanzierung vor Ort.
Die Mehrzahl der deutschen Haushalte bezieht Energie in Form von Wasser, Strom und Gas, meist von den lokalen Stadtwerken. Was die meisten Kunden in den Millionen Haushalte nicht wissen: Stadtwerke finanzieren aus ihren Umsätzen mit Strom und Gas oft auch öffentliche Aufgaben, die mit dem Bezug von Energie zur Daseinsvorsorge eher nichts bis gar nichts zu tun haben, u.a. Hallenbäder, öffentlichen Nahverkehr und Parkhäuser.
Eine Tatsache, gegen die sogenannte “Gas-Rebellen” - zum Beispiel im badischen Villingen (www.vsbd-gaspreis.de) - ebenso kämpfen, wie sie es tun gegen zweifelhafte Klauseln in Bezugs-Verträgen, gegen zu hohe Eigenkapital-Renditen aus dem Energiegeschäft und gegen zu hohe Gewinn-Ausschüttung an die Stadtwerke-Eigner, die Gemeinden und Städte. Alles in allem auch ein politisches Problem, weil Stadtwerke-Gewinne die Stadtkasse füllen. Dabei völlig unbeteiligt und ohne “Sondersteuer GAS”: Die Nutzer von Erdwärme Pellets oder die von Öl. Deutschlands Energie-Portal Verivox hat nun ermittelt, dass 197 Gasversorger Preissenkungen von durchschnittlich 10 Prozent zum 1. Juni und 1. Juli 2009 angekündigt haben; unterlaufen von der Tatsache, dass gleichzeitig 15 Stromanbieter die Preise um durchschnittlich 7 Prozent erhöhen.
Die neuen Gaspreise würden einen Musterhaushalt bei jährlich 20.000 kWh um 144 Euro entlasten, wenn der Preis für das ganze Jahr gelten würde. Doch im Sommer ist der Gasverbrauch niedrig und deshalb wurde vor dem letzten Winter der Gas-Preis um bis zu 27 Prozent erhöht. Für das 3. Quartal geht Verivox von weiteren Gaspreis-Minderungen von 11 bis 12 Prozent aus.
Es werde Licht!
Sind auch die Sommertage lange hell, haben 15 Stromversorger höhere Preise von durchschnittlich 7 Prozent angekündigt, was bei einem Verbrauch von 4000 kWh eine jährliche Mehrbelastung von 60 Euro bedeutet. Da sind zwar die Großhandelspreise beim Strom gesunken, doch nur 3 Grundversorger haben Preissenkungen von durchschnittlich 4 Prozent angekündigt. So wiesen die meisten Stromversorger darauf, dass Strom weit vor dessen Verbrauch zu ordern ist und sinkende Preise erst zeitverzögert weiter gegeben werden könnten.
Schnellerer Wettbewerb
Da in den vergangenen Jahren der Wettbewerb auf dem Energiemarkt tatsächlich intensiver wurde, werden gesunkene Rohstoffkosten schneller an die Verbraucher weiter gegeben. Während die großen Gasversorger die Preise für Privatkunden bis April 2009 um durchschnittlich 15 Prozent gesenkt haben, sanken die Preise der neuen Gasanbieter um durchschnittlich 17 Prozent.
Noch deutlicher ist diese Entwicklung auf dem Strommarkt spürbar. Bisherige Grundversorger haben im selben Zeitraum die Preise für Privatkunden um durchschnittlich 4 Prozent erhöht; neue Stromanbieter haben ihre Preise gleichzeitig um 2 Prozent abgesenkt.
Wer also miet-unabhängig ins Eigentum zieht, dem ist empfohlen:
* Statt auf angemessene Preissenkungen des alten Grundversorgers zu warten, sollte man die Angebote am Markt vergleichen und zu günstigen Anbietern wechseln.
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