Entwicklung der Hypothekenzinsen in Europa
Bereits seit Wochen wird von zahlreichen Finanzsexperten über die Entwicklung der Hypothekenzinsen spekuliert. Die Experten sind sich weitgehend darüber einig, dass der anhaltende Seitwärtstrend schon bald beendet sein wird und die Zinsen steigen. Für potentielle Darlehensnehmer ist dies eine schwierige Situation. Schließlich wüssten sie schon gern über die Tendenz Bescheid, um den Abschluss ihrer Finanzierung besser timen zu können.
Angehenden Darlehensnehmern wäre es natürlich Recht, wenn die Zinsen fallen. Somit würde sich ihnen die Chance bieten, ihre Finanzierung äußerst günstig abzuschließen. Allerdings hat es zunehmend mehr den Anschein, dass ein Zinsrückgang nicht in greifbare Nähe rückt. Zu Beginn dieser Woche hat das Property Magazine einen Artikel über die aktuelle Situation an den Zinsmärkten veröffentlicht: Während die Zinsen seit Beginn des Jahres spürbar gefallen sind, ist seit ungefähr zwei Wochen ein leichter Anstieg festzustellen. Im Bereich der 10-jährigen Zinsbindungen beläuft er sich auf 0,1 Prozent – bei den 15-jährigen Zinsbindungen sogar auf 0,2 Prozent. Des Weiteren weist der Autor auf die Zinserhöhung der KfW-Bank hin, die die Zinssätze ihrer Förderdarlehen zum selben Zeitpunkt spürbar erhöht hat.
Für den Zinsanstieg sind die Marktteilnehmer verantwortlich, die auf eine Leitzinserhöhung der EZB spekulieren. Aufgrund der anhaltend hohen Inflation könnte diese schon bald eingreifen und eine Zinserhöhung vornehmen. Diese Vorstellung ist durchaus realistisch, immerhin beläuft sich die derzeitige Inflation auf einen Wert von 3,6 Prozent und befindet sich auf einem Niveau, das zuletzt im Jahr 1992 erreicht wurde. Um einem weiteren Anstieg der Inflation entgegenzuwirken, könnte die EZB dazu gezwungen sein, die Zinserhöhung vorzunehmen.
Anhand dieser Haltung der Marktteilnehmer wird klar, dass die amerikanische Notenbank FED erheblich weniger Einfluss auf die Europäischen Märkte nehmen kann, als bisher angenommen wurde. Während die Zinsen in den USA bereits seit Monaten mehrfach gesenkt wurden, sind sie äußerst stabil geblieben. Somit rückt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der EZB in weite Ferne. Angehende Darlehensnehmer sollten vorsichtig sein, wenn sie auf einen Zinsrückgang spekulieren. Unter Umständen könnte ihnen dies teuer zu stehen kommen.
