Entwicklung der Hypothekenzinsen
In den vergangenen Wochen sind die Hypothekenzinsen leicht gestiegen: Wer sein Immobiliendarlehen erst nach der Leitzinserhöhung durch die EZB abgeschlossen hatte, musste einen leichten aber dennoch spürbaren Zinsanstieg in Kauf nehmen. Ein großer Teil potentieller Darlehensnehmer stellt sich nun die Frage, ob dieser Zinsanstieg nur von kurzfristiger Natur gewesen ist und ob die Zinsen wieder fallen oder ob sie gar weiterhin steigen werden. Allerdings kann diese Frage nicht mit Garantie richtig beantwortet werden – selbst unter den Zinsexperten herrschen hinsichtlich der weiteren Zinsentwicklung sehr unterschiedliche Ansichten vor.
Auf der einen Seite gibt es einige Zinsexperten, die der Meinung sind, die Zinsen werden wieder fallen. Grund ist die wirtschaftliche Entwicklung: Die zur Beginn dieser Woche bekannt gegebenen Konjunkturzahlen sehen nicht gerade rosig aus. Zwar wird Deutschland nicht in eine Rezession fallen, dennoch ist davon auszugehen, dass das Wirtschaftswachstum weiterhin zurückgehen wird – und bei einer schwächelnden Wirtschaft neigen die Zentralbanken zur Senkung der Zinsen.
Andererseits hat die Inflation weltweit immens zugelegt – die anhaltenden Preisanstiege bei den Rohstoffen und Lebensmitteln lassen darauf schließen, dass sich die Inflation auch in nächster Zeit auf einem hohen Niveau bewegen wird. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, könnte die EZB eine weitere Zinserhöhung vornehmen – einige Zinsexperten meinen, dass dies sogar schon relativ bald geschehen könnte.
In Anbetracht der Tatsache, dass sich die EZB derzeit die Bekämpfung der Inflation auf die Fahne geschrieben hat, sollte man als angehender Darlehensnehmer lieber kein Risiko eingehen und deshalb nicht auf fallende Hypothekenzinsen setzen: Die Gefahr, dass die Zinsen in den kommenden Wochen steigen, ist einfach zu groß. Folglich ist es sicherer, eine Immobilienfinanzierung zu den derzeitigen Konditionen abzuschließen.
