Ergo bringt eine Rechtsschutzversicherung für Patienten auf den Markt
Die Ergo-Versicherungsgruppe startet Ende dieses Monats mit einer reinen Patienten-Rechtsschutzversicherung. Das auf dem deutschen Markt bislang einzigartige Produkt soll 54 Euro im Jahr kosten, steht allerdings nur einem eingeschränkten Personenkreis offen. Abschließen können die Police lediglich Kunden der Deutschen Krankenversicherung (DKV) und der Victoria Kranken – unabhängig davon ob eine Krankenvoll- oder Zusatzversicherung besteht (ausgenommen sind Auslandsreisekrankenversicherungen). Vertrieben wird der spezielle Rechtsschutz von der D.A.S. und der Hamburg-Mannheimer.
Die Idee stammt von den Patienten selbst. Sie haben sich bei Streitigkeiten mit Ärzten, Kliniken, Pflegepersonal, Heilpraktikern oder anderen Behandelnden immer wieder an ihre Krankenversicherung gewandt und um Hilfe gebeten. Den Unternehmen sind in dieser Hinsicht jedoch weitgehend die Hände gebunden. „Als Krankenversicherung stoßen wir dabei schnell an unsere aufsichtsrechtlichen Grenzen“, erklärt Dr. Elmar Terhorst, einer der Entwickler der Patienten-Rechtsschutzversicherung. Über die Police, mit der auch die Familienangehörigen versichert sind, werden bis zu 300.000 Euro je Fall abgedeckt, bei einem Selbstbehalt von 150 Euro. Der Schutz gilt in ganz Europa sowie den Mittelmeer-Anrainerstaaten.
Ziel sei es, so Terhorst, den Patienten eine Chancengleichheit mit den Behandelnden zu verschaffen, nicht, Patienten gegen ihre Ärzte aufzuhetzen. Die Versicherungen verstehen die Rechtsschutzversicherung als „zusätzlichen Service für den Kunden“. Für die Krankenversicherer der Ergo ist es zudem eine Chance, sich ein wenig von der Konkurrenz abzuheben. Der Markt für ein solches Produkt sei vorhanden, zumal die Patienten selbstbewusster geworden wären. Man hofft auf mehrere 10.000 Policen, die innerhalb der ersten zwölf Monate abgeschlossen werden.
Krankenversicherung • Rechtsschutz • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink
