Ergo-Gruppe steckt sich hohe Ziele
Den Gewinn bis 2013 vervierfachen: Die Ergo, zweitgrößte deutsche Versicherungsgruppe, hat klare Ziele vor Augen und arbeitet mit Nachdruck daran, sie zu erreichen. Vorstandschef Torsten Oletzky erwartet bis 2010 ein Konzernergebnis von 350 bis 450 Millionen Euro. 2013 sollen es 705 Millionen Euro sein. Angesichts der Finanzkrise und 173 Millionen Euro in 2009 handelt es sich bei diesen Vorgaben bereits um nach unten korrigierte Zahlen. Aus Sicht von Analysten ein „ambitioniertes“ Vorhaben.
Ganz ohne Änderungen wird das Ziel nicht zu erreichen sein. Die Ergo Versicherungsgruppe hat dazu bereits das Kostenmanagement neu und effizienter organisiert. Dadurch sanken die Ausgaben im vergangenen Jahr um 18 Millionen auf 168 Millionen. Das entspricht knapp einem Viertel von dem, was noch 2005 auf der Ausgabenseite stand. Damit einhergehend wurde auch der Stellenabbau wie geplant fortgeführt und ist beinahe abgeschlossen. Gestrichen werden sollen insgesamt 1.800 Arbeitsplätze.
Große Hoffnungen setzt der Konzern auch auf die Neustrukturierung, über die bereits mehrfach berichtet wurde: Die Karstadt-Quelle-Versicherungen heißen jetzt Ergo Direkt, die Hamburg-Mannheimer wird ebenfalls als Marke verschwinden und die Victoria kümmert sich künftig nur noch um die Bestandskunden. Insgesamt werden für diese Maßnahmen 50 Millionen Euro zusätzliche Kosten veranschlagt. Sie sollen im Laufe dieses Jahres verbucht werden.
Entscheidend wird allerdings sein, wie sich das Geschäft entwickelt. In der Sparte Sachversicherung sorgten niedrige Kosten und Schäden für eine durchweg positive Entwicklung. In der privaten Krankenversicherung konnte die Ergo ebenfalls zulegen, wenngleich zu Lasten der Versicherten, die deutlich höhere Beiträge aufbringen müssen. Sorgen bereitet dem Konzern der Bereich Lebensversicherungen. Hier hinkt man der Branche ein wenig hinterher und erzielte zwei Prozent weniger Einnahmen. Lediglich die Ergo-Direkt konnte dank des Geschäftes mit Einmalzahlungen ein Plus aufweisen.
