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Montag, August 24, 2009

Erste Krankenkasse erhebt Zusatzbeiträge

Das ging schneller als erwartet: Die erste gesetzliche Krankenkasse kommt mit dem ihr aus dem Gesundheitsfonds zugewiesenen Geld nicht aus und erhebt Zusatzbeiträge. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Kölner Stadtanzeiger und RP-Online berichten, wird die Gemeinsame Betriebskrankenkasse Köln (GBK) rückwirkend zum 1. Juli von jedem Versicherten acht Euro mehr im Monat verlangen. Fällig wird der Betrag erstmals zum 20. September. Als Grund nennt der Vorstand der GBK, Helmut Wasserfuhr, „außergewöhnliche Behandlungskosten für Schwerstkranke“, konkret zwei seltene Bluter-Erkrankungen, die mit 14 Millionen Euro ein enormes Loch in die Finanzdecke gerissen haben.

Die Gemeinsame Betriebskrankenkasse Köln markiert damit den Anfang einer Entwicklung, die vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung bereits vor einiger Zeit prognostiziert wurde. Ins gleiche Horn stößt jetzt die KKH-Allianz. Deren Chef, Ingo Kailuweit, rechnet damit, dass spätestens im kommenden Jahr 50 Millionen gesetzlich Krankenversicherte tiefer in die Taschen greifen müssen, weil Zusatzbeiträge erhoben werden. Die Zeichen für eine Teuerung seien unübersehbar: Zehn Prozent höhere Arzthonorare, sechs Prozent mehr für Arzneimittel und die Kosten für die Impfung gegen die Schweinegrippe. Allein bei der GBK wird diese Maßnahme voraussichtlich Ausgaben in Höhe von 600.000 Euro verursachen.

Ob in Folge der Zusatzbeiträge ein reges Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel starten wird, lässt sich nur schwer vorhersagen. Klar ist nur, dass Kunden, die mehr zahlen sollen, weil ihre Krankenkasse nicht mit dem Budget auskommt, ein Sonderkündigungsrecht haben. Dann darf man gespannt sein, wie sehr die besser aufgestellten Unternehmen um neue Kunden buhlen. Ohnehin wird sehr viel Geld mit Marketing verpulvert. Dazu gehören laut Wolfgang Greiner, Gesundheitsökonom an der Universität Bielefeld, auch die 300 Millionen Euro, die voriges Jahr für die Gesundheitsförderung beispielsweise durch Ernährungsberatung ausgegeben wurden, und die 100 Millionen Euro, die in die Bonusprogramme flossen.

Posted by Andre on 08/24 at 09:00 AM
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