Experten raten bei Immobilienfinanzierungen zu langen Zinsbindungen
Zu Beginn der Woche sendete der RBB eine Ratgebersendung, in der unter anderem auch das Thema Baufinanzierung behandelt wurde. Im Verlauf der Sendung kamen mehrere Finanzierungsspezialisten sowie auch Bauherren zu Wort, die den Zuschauer sehr genau über die heutigen Möglichkeiten informiert und zudem wertvolle Tipps vermittelt haben. Unter anderem kamen eine Finanzexpertin von „Finanztest“ sowie ein Mitarbeiter des Baugeldvermittlers „Interhyp“ zu Wort. Beide Experten haben das Thema Zinsbindung angesprochen und hier zur Wahl einer langen Zinsfestschreibung geraten.
Die Zinsbindung gibt an, für welchen Zeitraum der Zinssatz des Immobiliendarlehens als fest vereinbart gilt. Die Darlehensnehmer können vor dem Abschluss des Darlehensvertrags zwischen mehreren Zinsbindungsfristen wählen. Üblich bzw. besonders stark verbreitet sind Zinsbindungen über 10 Jahre. Dies bedeutet, dass der Zinssatz, der bei Vertragsabschluss vereinbart wird, für einen Zeitraum von 10 Jahren gilt. Nach den 10 Jahren läuft das Darlehen aus, sodass über die Weiterfinanzierung über die Restschuld neu verhandelt werden muss – dies führt auch zu einer Anpassung des Zinssatzes.
Weil die Bauzinsen derzeit äußerst niedrig sind, raten die Finanzierungsexperten zur Wahl einer längeren Zinsbindung. Die meisten Bauherren und Immobilienkäufer sind gut damit beraten, eine Zinsbindung von 15 oder gar 20 Jahren zu wählen. Grund ist die derzeitige Zinssituation: Wegen der niedrigen Zinsen bietet es sich an, diese für einen möglichst langen Zeitraum festzuschreiben. Es wäre sehr ärgerlich, wenn man sich für eine 10-jährige Zinsbindung entscheidet und die Zinsen während dieses Zeitraums steigen – das Darlehen würde sich bei der Anschlussfinanzierung stark verteuern. Besser ist es, den günstigen Zinssatz für möglichst lange Zeit festzuschreiben, selbst wenn die Verlängerung der Zinsbindung zu einem leichten Zinsaufschlag führt.
