Experten rechnen mit leichtem Zinsrückgang bei Lebensversicherungen
Die Erwartungen an eine Lebensversicherung sind hoch. Inzwischen wird es für viele Unternehmen allerdings immer schwerer, dem Wunsch nach einer ordentlichen Rendite auch gerecht zu werden. Die Rating-Agentur Fitch bestätigt zwar die Aussage des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), dass die Lebensversicherer die Finanz- und Wirtschaftskrise gut gemeistert hätten und nicht davon betroffen seien. Auf Dauer werden die Assekuranzen aufgrund anhaltend niedriger Zinsen auf den Kapitalmärkten aber ein paar Zehntelprozentpünktchen kürzertreten müssen.
Aktuell kommt die Branche auf eine durchschnittliche laufende Gesamtverzinsung von 4,2 Prozent. Berechnet man die Rendite für die eingezahlten Beiträge, liegt der Schnitt bei der privaten Rentenversicherung laut Untersuchungen der Rating-Agentur Assekurata bei 3,9 Prozent, mit einer Spanne von 2,3 bis etwa fünf Prozent. Die bisher erreichte Rendite ist allerdings nur ein Aspekt, auf den Kunden achten sollten, wenn sie sich für einen neuen Vertrag entscheiden. Viel wichtiger ist inzwischen, ob das Unternehmen auch finanzstark ist und über ausreichend Reserven verfügt.
Hohe Rückstellungen seien ein Garant dafür, dass ein Unternehmen flexibel auf die Entwicklung der Märkte reagieren könne, so Chefanalyst Tim Ockenga. Habe eine Versicherung schon mehrmals die Reserven bemühen müssen, sei es eher unwahrscheinlich, dass die Zinsen angehoben werden könnten. Die Experten gehen sogar davon aus, dass einige Gesellschaften das Neugeschäft zukünftig auf Eis legen oder nicht mehr aktiv bewerben werden. Das könnte auch für Bestandskunden unangenehme Folgen haben: In der Regel heißt das, die Tarife dümpeln vor sich hin.
Die Analysten raten daher, vor Abschluss einer neuen Lebensversicherung auf die Bewertungen und Ratings zu achten. Eine der wenigen Agenturen, die dabei auch einen Ausblick in die Zukunft wagt, ist Fitch. Neben der bekannten Wertung mit dem Buchstaben A – je öfter er genannt wird, desto besser – steht auch ein Pfeil, der die Tendenz für die kommenden Monate andeutet. Da es nun aber viele Ratings gibt und nicht alle Versicherer sich von allen Agenturen bewerten lassen, wird der Versicherungsvergleich etwas erschwert. Einige Unternehmen lassen sich auch gar nicht mehr in die Karten schauen – vermutlich, weil die Zahlen nicht mehr stimmen.
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