Experten sind über Entwicklung der Baugeldzinsen uneinig
Wer einen Immobilienkauf oder ein Bauvorhaben finanzieren möchte, der hat es derzeit nicht sehr leicht – zumindest wenn es darum geht, den besten Zeitpunkt für den Abschluss des Immobiliendarlehens zu bestimmen. Denn bereits seit mehreren Wochen sind die Hypothekenzinsen langsam aber sicher am fallen. Vor rund zwei Wochen wurde ein neuer Tiefststand erreicht: Baugeld ist so günstig wie schon seit zwei Jahren nicht mehr.
In Zeiten einer solchen Zinsentwicklung stellen sich potentielle Darlehensnehmer natürlich die Frage, wie sie verfahren sollen. Auf der einen Seite könnten sie sich bereits jetzt die günstigen Hypothekenzinsen sichern, auf der anderen Seite bietet sich womöglich die Gelegenheit in naher Zukunft noch günstigere Darlehen abzuschließen.
Mit dieser Thematik hat sich die „Financial Times Deutschland“ gegen Ende der vergangenen Woche beschäftigt und Stimmen einzelner Zins- und Baufinanzierungsexperten eingeholt. Wer nun auf den eindeutigen Expertentipp hofft, wird allerdings enttäuscht: Unter den Experten herrschen ganz unterschiedliche Ansichten vor.
Kai Oppel vom Baugeldvermittler Hypothekendiscount ist der Meinung, dass angehende Darlehensnehmer derzeit sehr gelassen reagieren können, weil die Hypothekenzinsen in absehbarer Zeit nicht steigen werden. Er rechnet für den Anfang des kommenden Jahres weiterhin mit fallenden Zinsen. Hierbei stützt er sich vor allem auf die Aussicht weiterer Leitzinssenkungen.
Volker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank, sieht es dies ganz anders – er rechnet zu Beginn des kommenden Jahres mit steigenden Hypothekenzinsen. Dies begründet er mit einem weiteren Anstieg der Anleihemärkte, der zu steigenden Bauzinsen führt. Daher rät er potentiellen Darlehensnehmern von einer Spekulation auf einen weiteren Rückgang des Zinsniveaus ab. Ganz ähnlich sieht dies auch Robert Haselsteiner, Vorstand des Baugeldvermittlers Interhyp: Er rät potentiellen Darlehensnehmern ebenfalls von einer Spekulation auf sinkende Zinsen ab und empfiehlt die Sicherung des aktuellen Zinsniveaus.
