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Freitag, Februar 20, 2009

Feuerwehrmänner mit Maximal- BMI

Es ist nichts Neues, dass Feuerwehrmänner mit Atemschutz in Extremsituationen körperlich sehr gefordert werden können. Neu ist aber folgendes: Im sogenannten G-26 der Berufsgenossenschaft, dem Grundsatz zum Tragen von Atemschutzgeräten, gibt es jetzt einen entsprechenden Hinweis, der über den Body-Mass-Index, den BMI, spricht und dazu rät als Höchstgrenze einen BMI von 30 als Feuerwehrmann mit Atemschutz zu haben. Bei durchtrainierten Menschen liegt der BMI ungefähr bei einer Höhe von 25, bei unter 18 gilt man als untergewichtig. Feuerwehrmänner sollten demzufolge entsprechend aktiv und normalgewichtig sein, nicht aber zu wohlgenährt sein. Laut der Neufassung der von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung empfohlenen Kriterien für den Einsatz von Atemschutzgeräten darf sich der Arzt bei dem Eignungstest für Feuerwehrleute an dem Body-Mass-Index orientieren. Angaben der Unfallversicherung zufolge bestehen gesundheitliche Bedenken bei Personen, die einen BMI über 30 besitzen. Diese gelten der Einordnung der Weltgesundheitsorganisation zufolge als fettleibig und könnten bei einem Einsatz mit der bis zu 40 Kilo schweren Atemschutzausrüstung Probleme bekommen. Da also Übergewicht die Arbeit beeinträchtigen kann und es im Zweifelsfall um andere Leben geht, ist es notwendig regelmäßig Kontrollen der Leistungsfähigkeit durchzuführen. Diese sind «sinnvoll und erforderlich» laut Aussagen von Experten. Die Kontrolle wird jedoch nicht über den BMI erfolgen, sondern über medizinische Tests. Alle drei Jahre werden die Feuerwehrmitarbeiter und ihr Leistungsstand von durch die Genossenschaft ermächtigten Fachärzten kontrolliert. Zu dem Kontroll- Programm gehören unter anderem Belastungs- EKGs oder Hör- und Sehtests. Dabei kommt es auch vor, dass bei dem einen oder anderen älteren Kollegen die Leistung im Verhältnis zum Körpergewicht nicht mehr genau übereinstimmt. Bei über 50-Jährigen müssen diese Untersuchungen daher sogar einmal pro Jahr vorgenommen werden.
In Deutschland wird die Ausbildung zum Atemschutzträger in Form eines 24-stündigen Seminars durchgeführt. In diesem Seminar müssen sich die Feuerwehrleute den körperlichen Leistungstests stellen und darüber hinaus haben sie auch Theoretisches zu erlernen. Im Anschluss daran gibt es regelmäßige Nachuntersuchungen. Dadurch wird garantiert, dass die Beteiligten sich in allen Ausnahmesituationen angemessen verhalten können. Die Feuerwehrmänner müssen in extremen Situationen, das heißt bei Hitze, bei Stress und in der Regel in unbekanntem Einsatzorten, immer unbedingt ruhig blieben und die Lage erfassen. Die normale Ausrüstung wiegt dabei ungefähr 15 bis 20 Kilogramm und wenn dann noch zusätzlich das Atemschutzgerät dazu kommt, hat der Helfer beinahe 25 Kilogramm zu tragen. Gute Fitness ist also eine entscheidende Voraussetzung.
Die Kriterien der Fitness anhand des BMI zu interpretieren, sei im Prinzip nur eine Alternative zu den jetzt schon vorhandenen Tests. Diese Methode ist nun ein anderer Weg um gleiche Ergebnisse zu erzielen wie auch schon zuvor: Wer ist fit und wer eben nicht.
Nichts desto trotz sind die Feuerwehrmänner sind entrüstet über diese neue Regelung. In der Zeitung die „Augsburger Allgemeine” äußert sich der Vizechef des Landesfeuerwehrverbands, Gerhard Bullinger, dazu wie folgt: Der BMI ist nur eine rein rechnerische Formel, die keine Aussage über den tatsächlichen Leistungsstand der Männer abgeben kann. Der BMI bezieht sich lediglich auf das Gewicht, unberücksichtigt dabei bleibt jedoch zum Beispiel die Muskelmasse, die auch für die körperliche Fitness steht.
Tim Pelzl von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, DGUV, meint in seiner Stellungnahme dazu jedoch, dass sich im Prinzip nicht viel verändert habe, schließlich ist das Gewicht bereits immer ein Untersuchungskriterium gewesen, trotzdem war es nie allein ausschlaggebend. Das wichtigste Kriterium ist der Leistungstest, an dem jeder Feuerwehrmann teilnehmen muss.

Posted by Saskia on 02/20 at 08:38 AM
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