Finanzkrise: Profitieren Bauherren vom Desaster?
Die Summen, die gegenwärtig in Verbindung mit der weltweiten Finanzkrise in den Medien genannt werden, stellen den gewöhnlichen Bürger vor ein Rätsel: Während die schärferen Restriktionen bei der Wohnungsbauprämie ab dem kommenden Jahr bestenfalls einige Millionen Euro zur Stabilisierung des Bundeshaushaltes beitragen, kostet die Rettung allein der deutschen Banken den Steuerzahler im schlimmsten Fall den gigantischen Betrag von 470 Milliarden Euro, was rund einem Fünftel des Bruttoinlandproduktes entspricht.
Gemäß einem chinesischen Sprichwort bietet allerdings jede Krise auch eine Chance. Auch wenn Prognosen derzeit außerordentlich schwierig sind, besteht dennoch die Möglichkeit, dass die Bürger von der Krise profitieren könnten. Die Zinsen für Immobilienfinanzierungen könnten nach Einschätzung von Experten zumindest vorübergehend deutlich sinken und damit Neu- und Anschlussfinanzierungen sowie variabel verzinste Hypotheken billiger machen. Die Ausweitung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank könnte auf diesem Wege auch dem gemeinen Bürger zugute kommen.
Die jüngste Zinssenkung der EZB muss Fachleuten zufolge nicht die letzte gewesen sein. Weitere Schritte zur Deeskalation an den internationalen Kapitalmärkten sind durchaus denkbar. Immobilienkredite mit einer Zinsbindung von 20 Jahren und einem Beleihungsauslauf von nicht mehr als sechzig Prozent sind derzeit für weniger als fünf Prozent im Jahr zu haben und damit deutlich günstiger als noch vor einigen Monaten.
Wer sich das gegenwärtige Zinsniveau sichern möchte, ein Darlehen allerdings erst in einigen Monaten oder gar Jahren benötigt, kann mit einem Forward-Kredit die Konditionen seiner Finanzierung schon heute festschreiben lassen – oft sogar ohne einen Zinsaufschlag in Kauf nehmen zu müssen.
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