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Montag, Mai 04, 2009

Finanzkrise weckt einige Versicherungen aus dem Dornröschenschlaf

Versicherungen, deren Prospekte und Anträge in den vergangenen Jahren eine dicke Staubschicht angesetzt haben, werden durch die Finanzkrise offenbar aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt. Die Angst von Unternehmen, auf Rechnungen sitzenzubleiben, beschert der Forderungsausfallversicherung einen neuen Boom. Auf der anderen Seite fürchten Verbraucher, den laufenden Verpflichtungen aus Ratenverträgen wie beispielsweise einer Immobilienfinanzierung oder dem Autokauf nicht mehr nachkommen zu können. Sie setzen vermehrt auf die Ratenausfallversicherung, um für den Fall der Arbeitslosigkeit und beschränkter finanzieller Mittel abgesichert zu sein.

Angeboten wird die Ratenausfallversicherung unter anderem von der Baden-Badener Versicherung-AG, einem Unternehmen der Zurich Gruppe Deutschland. Die Police hatte bei Maklern bislang nicht gerade den Ruf eines „Dauerbrenners“. Verkaufen ließ sie sich so gut wie gar nicht. Erst jetzt, mit der zunehmenden Angst, den Job und damit die finanzielle Grundlage zu verlieren, gelangt sie wieder in den Fokus der Verbraucher. „Diese Versicherung wird in Zeiten der Krise wieder verstärkt nachgefragt“, sieht Peter Naumann einen klaren Trend. Bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit übernimmt die Assekuranz für ein Jahr die vereinbarten Raten bis zu einer vertraglich vereinbarten Höchstsumme. Während dieser Zeit ist der Kunde von den Beitragszahlungen befreit. 

Die Unternehmen wird es freuen, wenn Verträge eingehalten werden und das Geld Monat für Monat auf dem Konto verbucht wird. Selbstverständlich ist das schon lange nicht mehr. Die Zahlungsmoral ist sprichwörtlich im Keller. Das macht insbesondere dem Mittelstand zu schaffen.  Davor, dass Rechnungen nicht bezahlt werden, soll die Forderungsausfallversicherung schützen. Galt sie bei vielen Firmen bisher als überflüssig, entwickelt sie sich immer mehr zum begehrten Sicherungsanker. Um bis zu 50 Prozent sind die Anfragen nach den Policen gestiegen. Versichert wird das gesamte Geschäft. Anhand von Datenbanken prüft die Versicherung die Bonität der Kunden und Vertragspartner. Gibt sie ihr „o.k.“, kann geliefert werden. Bleibt die Zahlung dennoch aus, kommt die Versicherung für rund 90 Prozent des Schadens auf. Hat die Assekuranz Zweifel an der Zahlungsfähigkeit, liegt es beim Unternehmen, ob es sich auf das Geschäft einlässt.

Posted by Andre on 05/04 at 05:27 AM
InteressantesVersicherungenFirmenversicherung • Kommentar(e): (1) • Trackbacks (0) • Permalink
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Wer Krisen als Chance begreift, ist auch offen für neue Wege, die in Angebote und Dienstleistungen münden. Vielen Menschen fällt es schwer, sich auf veränderte Lebensumstände einzulassen. Doch es hilft nicht: Die Welt der Versicherungen ist heute eine andere als vor 20 oder vor 50 Jahren - vor 100 ganz zu schweigen.

Mir gefällt, wie Oliver Knittel diesen Wandel beschreibt: “Der Versicherungsmarkt wandelt sich zur Zeit rasant: Internationale Konkurrenz, anspruchsvolleres Kundenverhalten, Produktvielfalt, Outsourcing und Industrialisierung, veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen wie etwa Solvency 2, VVG-Reform und EU-Vermittlerrichtlinie sind nur einige der Stichworte, die für diesen Umbruch stehen.”

Aus meiner nebenberuflichen Vermittlertätigkeit Mitte der Achtziger Jahre bis Anfang der Neunziger Jahre habe ich die Erkenntnis mitgenommen, daß es sich auch finanziell lohnt, kundenorientiert anzubieten. Dann gibt es nämlich zwei Gewinner. Das ist langfristig gesehen optimal.

Hans Kolpak

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