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Dienstag, September 30, 2008

Finanzkrise

Wie sicher sind Versicherungen?

Einfluss auch auf Lebensversicherer - Erträge sinken - Pleiten sind unwahrscheinlich.


Wer immer sich dazu zählt oder dazu gezählt wird: die Finanzwelt steht Kopf.  Amerikanische Banken gelten als ruiniert, ein Versicherungsriese muss staatlich therapiert werden, die Notenbanken bieten dem Geldmarkt günstige Milliarden an, um das Finanzsystem zu stabilisieren. Deutsche Bürger wurden kurz mal nervös, sorgen sie sich doch auch um ihre Altersvorsorge. Doch wie sicher sind unsere Lebensversicherungen, Riester- und Betriebsrenten?

Deutsche Versicherer haben über ihre Kunden Geld im Wert von rund 700 Milliarden gesammelt, die von der Branche weltweit und möglichst mit Rendite investiert wurden.
In der Mehrzahl der Fälle Geldanlagen, für die strenge Vorschriften gelten, weshalb die hohen Summen meist in sicheren Anlagen wie festverzinslichen Wertpapieren und Pfandbriefen stecken.
Dagegen dürfen nur maximal 35 Prozent der Anlagesumme in Risikokapital investiert werden - also beispielsweise in Aktien, Unternehmensbeteiligungen oder Hedgefonds.

Dass nun auch umstrittenen Schrott-Hypotheken gekauft wurden, ist wahrscheinlich, wenn auch nur wenige. Denn zum erlaubten Risikokapital gehören auch Wertpapiere, die mit Kreditforderungen bpw. als Hypotheken unterlegt sind.
Deshalb haben also auch deutsche Versicherer solche Subprime-Titel in ihren Portfolios, allerdings nur zu einem sehr geringen Teil.
Und deshalb gibt auch die staatliche Aufsicht, die BaFin, Entwarnung. Von ihr wurden die Wirkungen der Subprime-Krise und der Ruin der Investmentbank Lehman Brothers auf die deutschen Versicherer untersucht.
Fazit: Nach den bisherigen Erkenntnissen der BaFin sind die Wirkungen auf die deutschen Versicherer begrenzt.

Ob es trotz allem Einfluss des Börsengeschehens auf die Lebensversicherung gibt, hängt vom weiteren verlauf des DAX ab.
Sind doch die Börsen-Kurse der Aktien-Bestände bei den Versicherungsgesellschaften zunächst gefallen. Da aber die Aktienquote in der Branche nur noch bei rund zehn Prozent liegt und damit halb so hoch wie beim Börsencrash 2002 ist ein Crash wie 2002 bei der Mannheimer Versicherung auszuschließen.
Geschätzt wird trotz allem, dass die Branche wegen der Finanzkrise maximal 400 Millionen Euro abschreiben muss.
Gemessen an Kapitalanlagen von über 120 Milliarden Euro ist das jedoch deutlich weniger als ein Prozent.

Wenn die Finanzkrise allerdings auch die Rendite der Anleihen schmälert, trifft dies insgesamt härter als Abschreibungen auf Subprime-Titel oder sinkende Börsenkurse.
Wer sich also in sichere, fest verzinsliche Anlagen flüchtet, der verursacht, das die Kurse der Wertpapiere steigen; der Preis für die Papiere steigt; die Verzinsung nimmt ab, die Renditen sinken.
Das hat schließlich Folgen für die Überschussbeteiligung der Versicherungskunden.

Entschieden wird bei den Versicherern aber traditionell erst am Jahresende, was die Gesellschaften ihren Kunden für das kommende Jahr gutschreiben werden. Bei düsteren Prognosen müssen die Versicherten für die Zukunft mit sinkenden Erträgen rechnen.

Posted by wob. on 09/30 at 04:30 AM
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