Finanztest nahm Berufsunfähigkeitspolicen unter die Lupe
Berufsunfähigkeit ist ein Schicksal, das man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Schon eine Kleinigkeit oder eine Sekunde der Unachtsamkeit reichen manchmal aus, um dauerhaft so zu erkranken, dass der Beruf nicht weiter ausgeübt werden kann. Die Folgen sind in erster Linie finanzieller Natur, weil das laufende Einkommen entfällt, was vor allem für junge Familie fatal sein kann. Damit einhergehend leidet auch die Psyche. Um zumindest den gewohnten Lebensstandard aufrechterhalten zu können, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung unerlässlich. Die Zeitschrift Finanztest legt daher jedem Erwerbstätigen ans Herz, sich entsprechend abzusichern. Welche der vielen Angebote sich rentieren und bei welcher Versicherungsgesellschaft man gut aufgehoben ist, hat sie für ihre aktuelle Ausgabe untersucht. Das Ergebnis: 16 Policen erhielten ein „sehr gut“, 24 ein „gut“, sieben ein „befriedigend“ und acht mussten sich mit einem „ausreichend“ zufriedengeben.
Bei der puren Berufsunfähigkeitsversicherung, die nicht an eine Lebens- oder Rentenversicherung gebunden ist, hat die Volksfürsorge sich den ersten Platz gesichert. Sie konnte in allen Kriterien überzeugen. Die VHV kam auf den zweiten Platz. Der Bronzerang ging an die Alte Leipziger. Die Vorteile einer reinen Berufsunfähigkeitsversicherung sieht Finanztest im größeren Entscheidungsspielraum, was die Höhe der vereinbarten Rente betrifft. Sie wird bei allen getesteten Angeboten erst dann gezahlt, wenn der bisher ausgeübten Berufstätigkeit zu 50 Prozent nicht mehr nachgegangen werden kann.
Große Unterschiede haben die Tester insbesondere beim Jahresbeitrag ausmachen können. Als günstigster Anbieter hat sich hierbei die Alte Leipziger erwiesen. In den Musterfällen, von denen die Zeitschrift ausging – 30jährige Diplomkauffrau bzw. 30jähriger Diplomkaufmann, Vertrag mit 35jähriger Laufzeit und einer vereinbarten Rentenhöhe von 2.000 Euro monatlich – werden ab 916 Euro (Mann) / 989 Euro (Frau) verlangt. Die Bedingungen für eine Berufstätigkeitsversicherung wurden allerdings als weitaus wichtiger als der Preis eingestuft. Als primäres Kriterium wird der Verzicht auf die abstrakte Verweisung bezeichnet, das heißt: Der Kunde muss sich nicht auf einen anderen Beruf verweisen lassen. Ebenso von Bedeutung ist die Nachversicherungsgarantie, um die Leistung der Versicherung an geänderte Lebensumstände wie eine Hochzeit oder Nachwuchs anpassen zu können.
Damit der Test ein möglichst umfassendes Bild des Marktes widerspiegelt, hat Finanztest zusätzlich auch Angebote für Policen eingeholt und verglichen, die mit einer Lebens- oder Rentenversicherung kombiniert sind. Die Ausgangslage, sprich das Alter des Musterkunden, die Laufzeit und die Rente, waren gleich. Bewertet wurde nur Angebote, die unter 900 Euro Jahresbeitrag lagen. In diesem Bereich gewann die HUK-Coburg samt Onlinetochter HUK24.
Berufsunfähigkeit • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink
