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Dienstag, April 08, 2008

Flächendeckende private Altersvorsorge angestrebt

Die Rente ist nicht mehr das, was sie war. Daran ändert auch die geplante Erhöhung der gesetzlichen Rente um 1,1 Prozent, über die heute im Bundeskabinett vermutlich heiß debattiert wird, nur wenig. Die Begünstigten würden sich freuen. Andere sprechen von teuren Geschenken und insbesondere die junge Garde der Damen und Herren Politiker sieht die Rentenerhöhung als Schnitt ins Fleisch der heutigen Rentenzahler. Für Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Soziales, stellt sich die Sache ganz einfach dar: Die Rentenanpassung ist generationengerecht. Sehr gut verkauft hat er diesen Standpunkt nicht. Wie anders ist der Rüffel von Kanzlerin Angela Merkel zu verstehen, das Vorhaben sei schlecht dargestellt worden.

Im Rahmen der Handelsblatt-Tagung zur betrieblichen Altersvorsorge hat Olaf Scholz seine Position recht deutlich gemacht und hielt auch mit Versprechen nicht zurück. Der Beitragssatz werde bis 2020 unter 20 Prozent bleiben. Dieses Ziel sei ungefährdet. „Die Rentenversicherung steht durch die Reformen auf stabilen Füßen“, heißt es in der Mitteilung der Bundesregierung. Ganz ohne eine betriebliche oder private Vorsorge gehe es jedoch nicht. Sie sei mittlerweile unverzichtbar geworden. Dazu liege ein Gesamtkonzept vor, das 2007 verabschiedet wurde. Darunter fallen unter anderem die höhere Kinderzulage und der Berufseinsteigerbonus bei der Riester-Rente.

Nach aktuellem Stand, so Olaf Scholz, hätten 17 Millionen Arbeiter und Angestellte eine Betriebsrentenanwartschaft, 10 Millionen Menschen eine Riester- und knapp 650.000 eine Rürup-Rente. „Unser Ziel ist eine flächendeckende zusätzliche Altersversorgung“, so Scholz. Denn Altersarmut müsse auf jeden Fall vermieden werden. Im Moment sei sie noch wenig verbreitet. Lediglich 2,3 Prozent der heutigen Rentnerinnen und Rentner seien auf die Grundsicherung im Alter angewiesen. Dass die Situation nicht verharmlost werden dürfe, sei auch ihm bewusst. Weitere Anstrengungen seien nötig, in erster Linie für jene, die längere Zeit arbeitslos seien, kein existenzsicherndes Einkommen hätten und alle Solo-Selbständigen. „Da sind wir auf einem guten Weg“, zeigt sich der Bundeminister optimistisch. Das war einst auch Norbert Blüm. Der versprach, „die Rente ist sicher“.

Posted by Andre on 04/08 at 11:16 AM
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