Freiwillig GKV-Versicherte: Jetzt wechseln
Verbraucher, die freiwillig Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung sind, sollten nach Ansicht von Experten noch in diesem Jahr den Austritt aus der GKV und den Wechsel zu einer privaten Krankenversicherung in Betracht ziehen. Grund für die Dringlichkeit ist eine der zahlreichen Änderungen, die der Gesetzgeber im Zuge der Gesundheitsreform verfügt hat: Freiwillig Versicherte bekommen ab dem nächsten Jahr kein Krankentagegeld mehr. Insbesondere für Mitglieder, die auf ein regelmäßiges Einkommen angewiesen sind, birgt die Neuerung existenzielle Gefahren: Im schlimmsten Fall reichen die Reserven bei einer längeren Erkrankung nicht aus und der Gang zum Sozialamt ist unausweichlich. Zwar lässt sich eine separate Versicherung zum Krankentagegeld abschließen. Diese aber ist mit einer Bindungspflicht von lediglich drei Jahren verbunden und kann im Falle von Beitragserhöhungen nicht durch ein Sonderkündigungsrecht beendet werden.
Die gesetzliche Krankenversicherung ist nach Einschätzung von Finanzberatern ohnehin ab dem nächsten Jahr noch unattraktiver als es jetzt schon der Fall ist: Durch die Einführung des neuen Gesundheitsfonds werden die Beitragssätze auf durchschnittlich 15,5 Prozent angehoben. Wer ein Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze bezieht, wird dadurch mit bis zu 100 Euro mehr im Monat belastet. Weitere Prämienerhöhungen sind bereits absehbar: Gesundheitsökonomen erwarten aufgrund der demographischen Verschiebung der Bevölkerung und der Entwicklung des medizinischen Fortschritts in den kommenden Jahren steigende Beiträge bei eingeschränkten Leistungen.
Der Wechsel in die private Krankenversicherung ist für Freiberufler und Selbstständige jederzeit möglich. Angestellte können dem gesetzlichen Versicherungsschutz nur dann den Rücken kehren, wenn sie ein Einkommen beziehen, das oberhalb der Grenze zur Versicherungspflicht liegt. Diese ist im Jahr 2008 auf 48150 Euro bezogen auf die jährlichen Einkünfte taxiert.
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