Garantiezertifikate - Versicherung in unsicheren Börsenzeiten?
Garantiezertifikate erfreuen sich insbesondere in schwankenden und unsicheren Börsenzeiten besonderer Beliebtheit beim Anleger. Solche Börsen-Zertifikate haben den gravierenden Vorteil, dass sie den Kapitalerhalt garantieren. Allerdings in zumeist unterschiedlichen Ausformungen und Varianten. Auf der einen Seite geben sie die Garantie des Kapitalerhalts, auf der anderen Seite muss dafür ein gewisser Preis bezahlt werden.
Dieser setzt sich so zusammen, dass viele dieser Zertifikate den Anleger nicht in vollem Umfang an einem möglichen Kursanstieg des jeweiligen Index teilnehmen lassen. Oder sie garantieren nur 80 oder 90 Prozent der angelegten Summe. Ausgabeaufschläge sind zumeist auch noch zu betrachten, die die letztendliche Rendite beeinträchtigen.
Der wesentliche Pferdefuß bei diesen Zertifikaten für den „ruhigen Schlaf“ ist der Aspekt, dass die Kapitalgarantie nur zum Laufzeitende des Zertifikates gilt. Will der Anleger vorher sein Kapital zurück haben, ist es ohne weiteres möglich, falls der Index gefallen ist, dass das Zertifikat doch unter den garantierten 100 Prozent liegt. Häufig werden Garantiezertifikate auf größere Indizes, aber auch auf Aktien oder Rohstoffe von Banken herausgegeben bzw. danach an der Börse gehandelt.
Der Anleger hat die Qual der Wahl, denn es gibt sehr unterschiedliche Garantiezertifikate, deren Ausstattung fast an frühere Optionsscheinverhältnisse erinnert. Zu beachten ist die Höhe des Ausgabeaufschlages und unbedingt das Datum der Rückzahlung, damit man sieht wie lange das eigene Kapital festliegt. Dann gibt es Besonderheiten im Bereich der Rückzahlungsmodalitäten. Es kann z.B. eine Grenze eingesetzt werden, bis zu der überhaupt gezahlt wird, also ein sogenannter Cap greift.
Dann stellt sich die Frage wie hoch die eigentliche Beteiligung am Anstieg eines Indizes ist. Und wie sieht z.B. die rechnerische Mindestrendite aus, die der Anleger im wahrscheinlichen Falle hat. Wenn diese Kriterien alle durchleuchtet sind, sehen die meisten Garantiezertifikate nicht mehr unbedingt so gut aus.
Sondern es handelt sich letztendlich um eine miniverzinsliche Anlage, die mit Geldmarktprodukten ebenso zu erreichen ist. Allerdings ist das Schöne an diesen Zertifikaten der garantierte Kapitalerhalt und, sollte die Börse moderat Gas geben, die Rendite, die dann zu erwarten ist. Der wichtigste Punkt zu beachten ist, dass man nicht vorzeitig an sein Geld muss. Denn dann ist die ganze schöne Kapitalgarantie futsch.
(Die Aussagen dieses Beitrags sind keine Anlageempfehlung und ersetzen nicht die Beratung durch einen qualifizierten Anlageberater)
Von Uwe Kraus
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