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Sonntag, November 02, 2008

Gaspreise 08/09

Der nächste Winter wird teurer! Auf jeden Fall!

Die einen gelten als Gas-Rebellen, andere als Gaspreis-Widersacher, ihre Initiativen ‘firmieren’ als Forum oder sie sind einfach nur gegen die Tarifstruktur und gegen die in vielen Städten und Gemeinden praktizierte Querfinanzierung öffentlicher Aufgaben - Hallenbad, ÖPNV oder Parkhäuser -, und diese millionenschwere Finanzierung dann auch ohne Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit des einzelnen Verbrauchers, nicht auf seine Familie, nicht auf sein Einkommen. Begründet nur dadurch, dass jemand Energie verbraucht.

Die Spezialisten des Energie-Portals Verivox haben nun erneut die neuen Gaspreise zum 1. Oktober, dem Beginn der Heizperiode,  untersucht und zweifelsfrei festgestellt:  329 der etwa 750 Gasversorger in Deutschland erhöhten die Gaspreise um durchschnittlich 15 Prozent. Für den normalen Haushalt eine jährliche Mehrbelastung von 213 Euro.

Ob Stadtwerke Herne (Nordrhein-Westfalen), Vereinigte Stadtwerke GmbH (Schleswig-Holstein), die Stadtwerke Kempen (Nordrhein-Westfalen) oder die Stadtwerke Witten (Nordrhein-Westfalen) - mit über 30 Prozent sind Tausende Haushalte dabei, was jährliche Mehrkosten von über 350 Euro bedeutet.

Weil seit den 60-er Jahren der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt wurde, als dies noch Sinn machte, kommen die starken Ölpreisschwankungen in 2008 erst verspätet bei den Gasverbrauchern. Weitere Gasversorger werden im November und Dezember die Preise erhöhen, so Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.

Weitere 29 Gasanbieter haben schon jetzt Preiserhöhungen zum 1. November um durchschnittlich 13 Prozent angekündigt. Fünf werden die Preise um über 20 Prozent anheben - die Stadtwerke Zirndorf i gar um 24 Prozent, was jährlich 333 Euro zusätzlicher Ausgaben bedeutet.

Seit Januar 2005 sind die durchschnittlichen Kosten für Gaskunden in Deutschland um über 40 Prozent gestiegen. Nur wenige Hundert oder vielleicht auch einige Tausend haben schon in 2005 den Gaspreiserhöhungen schriftlich widersprochen. Seither wurden einige Gerichtsverfahren entschieden, die mal den sperrigen Verbrauchern aber auch den Versorgern Recht gaben.
Noch immer ist jedoch die Rechtslage verworren: für einige Versorger gilt, dass deren Preiserhöhungsklauseln in Sonderverträgen über Jahre hinweg rechtsunwirksam waren. Grund genug für ” ganz harte Rebellen”, deshalb nur den Altpreis aus 2005 zu zahlen oder eben den seit dem ersten Widerspruch.
Inzwischen sind vielerorts die Sonderverträge auf den 31.12. gekündigt, und zwar gleichermaßen für Rebellen und für bislang brave Zahler.
Wer neue und teurere Sonder-Tarife nicht akzeptieren will, der fällt als Konsequenz in die normale und ebenfalls (noch) teurere Ersatzversorgung (=Grundversorgungstarif) oder er kümmert sich um einen anderen Gasversorger. Die Experten von Verivox raten daher zum Vergleich der Gaspreise.
Inzwischen kann man meist zwischen wenigstens zwei Gasversorgern wählen (so liefern Konstanz und Friedrichshafen auch in den angrenzenden Schwarzwald-Baar-Kreis).
Der Wechsel ist einfach und risikolos - die Versorgung wird auf keinen Fall unterbrochen. Und ein Wechsel kann finanziell entlasten. Die Bundesnetzagentur geht beim Wechsel des Gasanbieters von einer durchschnittlichen Ersparnis von 100 Euro jährlich aus.
(siehe auch verivox.de; energieverbraucher.de oder Verbraucherzentrale.de und dort benannte Gaspreis-Initiativen).

 

Posted by wob. on 11/02 at 10:02 AM
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