Gebühreninfos sind nicht transparent genug
Die rechtlichen Vorschriften sind eindeutig: Die Produktinformationsblätter zu Renten- und Lebensversicherungen müssen so formuliert sein, dass auch Laien sie problemlos verstehen und nachvollziehbar ist, welche Kosten bei Abschluss einer Police anfallen. Die Versicherungsvertragsgesetz-Informationspflichtenverordnung (VVG-InfoV) möchte damit für mehr Transparenz sorgen und Verbrauchern darüber hinaus die Möglichkeit geben, die Angebote besser miteinander vergleichen zu können. Getan hat sich aus Sicht des Institutes für Transparenz in der Altersvorsorge (ITA) allerdings wenig.
Im Rahmen eines Tests nahm das ITA die Produktinformationsblätter von 109 Tarifen für Rürup-Renten genauer unter die Lupe. Untersucht wurden die inhaltliche Richtigkeit, die Übersichtlichkeit, die Verständlichkeit und die Knappheit. Zudem ging man der Frage nach, inwieweit sich die Informationen mit dem Formulierungsvorschlag des Gesetzgebers decken – der den Unternehmen allerdings Gestaltungsmöglichkeiten lässt.
Das Ergebnis ist wenig erfreulich: Keine der 50 Lebensversicherungsgesellschaften konnte so richtig überzeugen. Dabei gilt die Informationspflichtenverordnung seit nunmehr zwei Jahren. Der Autor der Studie und ITA-Geschäftsführer, Mark Ortmann, moniert, dass nach wie vor Kosten verschleiert würden und teilweise sogar wesentliche Angaben fehlten. Er vermutet, dass die Gebühren „verdeckt“ werden, um teure Produkte zu verkaufen.
Positiv aufgefallen sind bei dem Test zwei Tarife von der R+V Versicherung und der Basler Leben AG. Ebenfalls als sehr gut eingestuft wurden LV 1871, Alte Leipziger, Standard Life, Condor, Hanse-Merkur, INTER und Rheinland Leben. Rund 50 Prozent der Tarifinformationen wurden mit „befriedigend“ oder „ausreichend“ bewertet. Mit einem „mangelhaft“ durchgefallen sind 23 Tarife. Einige wenige Unternehmen erhielten ein „ungenügend“ - haben laut ITA nach dem Test allerdings schon angekündigt, für mehr Transparenz sorgen zu wollen.
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