Gerechte Heizkosten?
Neue Richtlinie VDI 2077 zeigt wie’s geht
Was immer auch die “Wetterkarte” bringt, für Mieter ist oft wichtiger, was vor längerer Zeit war. Denn nicht alle energieabhängigen Mieter haben bereits die Heizkostenrechnungen 09/10 erhalten. Bei dieser könnte nämlich erstmals das Beiblatt der Richtlinie 2077 eine Rolle spielen: “Verbrauchskostenabrechnung für die Technische Gebäudeausrüstung; Verfahren zur Berücksichtigung des Rohrwärmeanteils”. Ein Faktum, das im Vergleich zu den Vorjahren recht deutlich die Kostenanteile verschieben kann.
Gibt die bisher gültige Heizkostenverordnung vor, wie verbrauchte Heizwärme verursachungsgerecht und verbrauchsabhängig zu verteilen ist, ist deren Menge ganz sicher in hohem Maße an die Heizkörper abgegeben worden. Folglich sind die Heizkosten-Verbrauchs-Röhrchen auch an den Heizkörpern angebracht, um die gelieferte Energie zu messen. Da aber auch ungedämmten Rohrabschnitte Wärme in den Raum abgegeben, sofern diese in oder auf den Wänden verlegt sind, kann deren Anteil nicht von den Heizkostenverteilern erfasst werden.
Konkret bedeutet dies, dass Heizkosten einer Einheit zwar nach den erfassten Wärmeeinheiten erfasst wird, dass aber zugleich auch “nicht erfasste Nutzwärme” über die Mengeneinheiten der erfassten Werten verteilt wird. So zahlen Mieter oder Eigentümer mit hohen “erfassten Einheiten” auch anteilig mehr von eben “nicht erfasster Wärme”, die in unterschiedlichem Maße auch andere genutzt haben könnten oder denen zugute kam.
Mit der zusätzlichen Richtlinie sollen also Abrechnungen gerechter werden, indem auch abgegebene Nutzwärme von ungedämmten Rohren berücksichtigt wird. Diese sollte demjenigen zugeordnet werden, der daraus einen Nutzen hat. Wenn also die jüngste oder die bevorstehende Heizkostenrechnung höher ausfällt, kann dies an einer neuen Methode liegen, wohl aber auch an wirklich kalten Wintermonaten und gestiegenen Energiepreisen.
Mieter und Mitglieder bei Eigentümergemeinschaften können übrigens die Hausverwaltung auffordern, sich bei inzwischen liberalisiertem Energiemarkt nach einem günstigeren Lieferanten für Strom oder Gas umzusehen und neue Verträge schließen.
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