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Mittwoch, Juni 18, 2008

Hebel-Zertifikate – Power für Abenteuerlustige

Hebel-Zertifikate zeichnen sich, wie der Name schon sagt, durch einen entsprechenden Hebel aus, den sie gegenüber dem Basiswert entwickeln. Der Hebel kann ganz unterschiedlich ausgelegt sein. Z.B. ein moderater, kleiner Hebel von 2 heißt faktisch, dass der Kurs mit dem doppelten Wert steigt wie das Underlying, der Basiswert. Ein Hebel von 10 allerdings wird schon zum Turbo und bei Bewegung des Basiswertes um 10 Punkte ist das Zertifikat schon um 100 Punkte weiter. Diese Hebel-Zertifikate gibt es sowohl in Long-Richtung als auch in Short-Richtung, das heißt die Longs steigen bei Anstieg und die Shorts steigen, wenn der Basiswert fällt.

Hebel-Zertifikate haben eine gewisse Ähnlichkeit zu Optionsscheinen. Allerdings deren gravierende Nachteile, wie die komplizierte Volatilität und sonstige Variabilitäten wie Zeitwertverlust etc. sind hier nicht zu finden. Jedoch haben sie auch einige Nachteile, denn im Gegensatz zu Out-Performance-Zertifikaten nehmen sie ungehemmt und mit vollem Hebel in die Negativrichtung teil an der Entwicklung des Basiswertes. Das heißt fällt er, wirkt sich der Hebel ungebremst aus und dann setzt der zweite Nachteil dieser Hebel-Zertifikate ein, die sogenannte Knock-Out-Schwelle. Wie es der Name schon sagt, findet ab einem bestimmten Wert unterhalb des Einstiegskurses ein Totalverlust statt.

Das heißt der Investor verliert den kompletten Wert des Hebel-Zertifikates und es läuft dann wertlos aus. Umgekehrt bei einem Short-Hebel-Zertifikat: sollte hier der Basiswert steigen, greift auch hier ein Knock-Out in umgekehrter Richtung und der Anleger schaut in die Röhre. Dies ist als Nachteil, auch gegenüber den klassischen Optionsscheinen zu werten, die eine solche Knock-Out-Schwelle nicht kennen. Aber an irgend etwas müssen die Emittenten verdienen. Insofern sind Hebel-Zertifikate ausschließlich etwas für Anleger, die sich sehr gut auskennen, die den Wert permanent im Blick haben und nicht für „Freizeit-Anleger“. Denn die Knock-Out-Schwelle ist viel schneller erreicht, als die meisten glauben.

(Die Aussagen dieses Beitrags sind keine Anlageempfehlung und ersetzen nicht die Beratung durch einen qualifizierten Anlageberater)
Von Uwe Kraus

Posted by Uwe on 06/18 at 12:48 PM
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