Hecken: Versicherungsbeitrag unter 15,8 Prozent
Der Präsident des Bundesversicherungsamtes, Josef Hecken, rechnet nicht damit, dass der Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung im kommenden Jahr auf mehr als 15,8 Prozent des Bruttoeinkommens steigt. Das BVA verwaltet ab dem nächsten Jahr auch den neuen Gesundheitsfonds und tritt in den kommenden Tagen mit einem Schätzkreis zusammen, der die ab dem Jahr 2009 zu erhebenden Beiträge der Versicherten ermitteln soll. Die Einführung des Gesundheitsfonds stößt bei Experten und Versicherten geleichermaßen auf Kritik, da die Assekuranzen deutliche Beitragserhöhungen in Aussicht stellten.
Der voraussichtliche Beitragssatz wird sich im nächsten Jahr zwischen 15,5 und 15,8 Prozent bewegen, so dass ein Versicherter, der ein Gehalt in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze oder darüber bezieht, rund 280 Euro monatlich (Arbeitnehmeranteil) für den Versicherungsschutz ausgeben muss. Darüber hinaus müssen von Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherungen über die Prämien hinausgehende Belastungen in Kauf genommen werden: Die viel diskutierte Praxisgebühr und Zuzahlungen zu ärztlich verordneten Arzneien rufen seit geraumer Zeit Unmut unter den Versicherten hervor.
Je teurer der gesetzliche Versicherungsschutz wird, desto attraktiver wird das nächste Substitut: Die private Krankenversicherung, die allen Arbeitnehmern offen steht, die ein Einkommen oberhalb der Grenze zur Versicherungspflicht beziehen, lockt immer mehr Versicherte zum Wechsel. Die möglichen Einsparungen sind dabei ebenso maßgeblich wie der großzügigere Leistungskatalog der PKV. Ein 30jähriger Angestellter ohne medizinische Vorgeschichte kann sich für rund 125 Euro im Monat versichern (Arbeitnehmeranteil) und die Vorzüge des privaten Versicherungsschutzes genießen.
Inwieweit der Beitragsanstieg der gesetzlichen Kassen zu einem stärkeren Interesse nach PKV-Verträgen führt, ist noch offen. Nicht wenige erwarten aber zum Jahreswechsel stärkere Aktivität.
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