Heimwerkarbeiten sollten immer in der richtigen Kleidung ausgeführt werden
Pro Jahr kommt es etwa zu 250.000 Unfällen durch Heimwerkarbeiten, die ärztliche Versorgung erfordern. Verursacht wird dies häufig dadurch, dass Heimwerker immer öfter auf die notwendige Kleidung und auf die Schutzausrüstung verzichten. Hobby-Handwerker tragen für gewöhnlich nur ihre alte Jeans und fangen dann mit ihren Arbeiten an. Dabei sollten selbst bei schnell erledigten Arbeiten die erforderlichen Anziehsachen getragen werden, so wie es auch die Profis machen.
Doktor Mario Ostendorf, Arzt des Infocenters der R+V Versicherungen, empfiehlt bei Kreis-, Stich- oder Bandsäge ganz besonders auf die Ausrüstung zu achten. Oberteile sollten eng anliegen, um zu vermeiden, dass sich Stoff im Gerät verfängt. Auf keinen Fall dürfen Schals oder Schmuck getragen werden, auch müssen lange Haare zusammen gebunden werden. Gegen herumfliegende Späne und Splitter ist es ratsam eine Schutzbrille aufzusetzen, festes Schuhwerk ist dann nützlich, wenn die Säge mal aus Versehen aus der Hand gleiten sollte. Zu beachten ist auch, dass besser auf Handschuhe verzichtet werden sollte, da sie leicht in das Sägeblatt gelangen könnten—wie auch bei Bohrmaschinen und Bandschleifern. Spezielle Schnittschutzhosen und Helme mit Visier gibt es für besonders gefährliche Motorsägen. Statistisch gesehen ereignen sich Heimwerker-Unfälle am häufigsten im Zusammenhang mit einer Säge, was mitunter auch tödlich enden kann.
Heimwerker, die häufiger aktiv sind, sollten sich unbedingt eine Grundausstattung kaufen. Zu dieser zählt unter anderem ein gut sitzender Blaumann, der auch schnell und einfach anzuziehen ist, und eben festes Schuhwerk. Diese speziell erhältliche Kleidung ist meistens auch schwer entflammbar.
Für die meisten Arbeiten ist auch ein Gehör- und Atemschutz sehr wichtig. Bei Schleifarbeiten oder bei Arbeit mit Dämmstoffen kann viel Staub und Dreck entstehen, der die Atemwege belasten könnte. Sogar preiswerte Einwegmasken können schon einen großen Teil der Partikel aus der Atemluft filtern, empfehlenswert ist es jedoch bei längeren Arbeiten eine hochwertigere Feinstaubmaske zu erstehen. Auf die Dauer der Belastung kommt es auch bei der Auswahl für einen Gehörschutz an. Für diejenigen, die gelegentlich mit lauten Elektrowerkzeugen zu tun haben, genügen simple Ohrstöpsel. Bei regelmäßigerem Einsatz ist eine Anschaffung von Kapselgehörschutz durchaus sinnvoll. Häufig wird die Lärmbelastung durch die Heimwerker unterschätzt und es kann zu schweren Schädigungen kommen. Kreissägen können Lärmpegel von bis zu 100 Dezibel erreichen und sind dadurch ebenso gefährlich für die Ohren wie ein Presslufthammer.
Um also allen Risiken, die beim Heimwerkern entstehen können, zu entgehen, einfach nur die richtige Kleidung wählen.
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