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Donnerstag, August 05, 2010

Hohe Versicherungsauflagen für Juweliere

Juweliere und ihre Mitarbeiter gehören zu dem Personenkreis, der es rein statistisch besonders häufig mit Einbrechern und Räubern zu tun hat. Entweder werden die Auslagen des nachts ausgeräumt oder aber die Täter kommen tagsüber und nehmen sich mit Waffengewalt die edlen Geschmeide und Uhren. In Österreich führt das inzwischen dazu, dass die Geschäfte nur noch recht schwer und unter bestimmten Voraussetzungen eine Versicherung erhalten. Der Grund: Das Risiko für die Assekuranz, im Laufe der Jahre Leistungen erbringen zu müssen, ist vergleichsweise hoch – zudem handelt es sich in der Regel um hochwertige Ware, für die entsprechend tief in die Tasche gegriffen werden muss.

Eine der Bedingungen für den Versicherungsschutz ist moderne Sicherheitstechnik. Videoüberwachung, Panzerglas, Spezial-Rollläden und Alarmanlagen gehören zu der langen Liste der Maßnahmen, die möglich sind, allerdings auch viel Geld kosten. Die Investitionen in die Sicherheit, um überhaupt eine Police zu erhalten, sind vielen Geschäftsleuten allerdings zu hoch. Das Geld könne schließlich nicht mit den Kunden verrechnet werden, zitiert der ORF einen Juwelier. Darüber hinaus gebe es auch mit den Sicherheitsvorkehrungen keine Garantie, dass die Diebe einen großen Bogen um das Geschäft machen. Profis halte man damit nicht ab.

Daraus ergibt sich ein weiteres Problem: Je öfter die Versicherung einspringen muss, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie stärkere Auflagen fordert. Robert Sturm, Direktor der Vorarlberger Landesversicherung, weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass es durchaus auch günstige Sicherheitsmaßnahmen gebe. Damit sie auch umgesetzt werden, sei ein Selbstbehalt denkbar. Auf Dauer, so die Betroffenen, führe das dazu, dass die Ringe, Ketten und Chronographen am Abend aus dem Schaufenster genommen und in den Tresor gelegt werden.

Die Folge wäre – wenn man vom schlimmsten Szenario ausgeht – dass es nicht mehr Einbrecher sind, die eine Scheibe einschlagen, sondern Räuber, die am helllichten Tag das Geschäft betreten. Von ihnen ginge ein weitaus höheres Gefahrenpotenzial aus. „Das sind ganz andere Typen von Verbrechern“, so die Juweliere, von denen einige aus Erfahrung sprechen. Auf der einen Seite ist es verständlich, dass die Versicherung sich selbst absichern möchte. Auf der anderen Seite wäre es allerdings kein allzu großer Aufwand, die Geschäftsinhaber gezielt in Sicherheitsfragen zu beraten und individuelle, den Versicherungsvorgaben entsprechende Maßnahmenpakete zu schnüren.

Posted by Andre on 08/05 at 11:07 AM
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