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Mittwoch, Oktober 01, 2008

Hypo Real Estate: Mögliche Folgen für Immobilieneigentümer

Selbst für Experten kam es am Montag zu einem überraschenden Ereignis: Die Hypo Real Estate gab bekannt, in großen finanziellen Problemen zu stecken. Die Aktie des Unternehmens brach ein und sorgte an der Börse für jede Menge Trubel. Weil die Hypo Real Estate nicht irgendeine Bank ist, sondern der größte Marktteilnehmer im Bereich der Pfandbriefe, sah sich die Bundesregierung dazu gezwungen, einzuschreiten und dem Unternehmen kurzerhand 35 Mrd. Euro zuzusichern.

Die meisten Privatpersonen interessieren sich in der Regel nur bedingt für Wirtschaftsnachrichten. Allerdings sollte diese Nachricht vor allem die Immobilieneigentümer aufschrecken: Die Hypo Real Estate ist nämlich einer der größten Anbieter im Bereich der Immobilienfinanzierung. So hat die Hypo Real Estate zum Beispiel im vergangenen Jahr die Depfa-Bank übernommen, ein Kreditinstitut, das im Bereich der privaten Immobilienfinanzierung sehr aktiv ist – tausende privat genutzter Immobilien werden über die Depfa-Bank finanziert.

Börsen- und Wirtschaftsexperten sind sich sicher, dass die Hypo Real Estate noch lange nicht gerettet ist. Einige Analysten haben bereits verlauten lassen, dass das Unternehmen über so gut wie kein Eigenkapital verfügt und die Finanzspritze der Regierung lediglich einem Tropfen auf einen heißen Stein gleich kommt. Es wäre also durchaus denkbar, dass die Bank abgewickelt bzw. zerschlagen wird. Für tausende von Immobilieneigentümern würde das bedeuten, dass ihre Darlehen an andere Kreditinstitute weitergereicht werden – ein Verfahren, vor dem sich etliche Darlehensnehmer fürchten. Allerdings kann wenigstens in diesem Punkt Entwarnung gegeben werden: Beim Verkauf oder der Weiterreichung von Darlehen bleiben die geschlossenen Darlehensverträge unberührt, so dass Zinserhöhungen oder ähnliches von den neuen Darlehensgebern nicht ohne weiteres durchgesetzt werden können.

Posted by Jochen on 10/01 at 05:20 AM
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