Hypothekenzinsen: Finanzkrise nimmt nur wenig Einfluss
In den vergangenen Tagen ist es an den Börsen dieser Welt äußerst turbulent zugegangen: Die Pleite der Investmentbank „Lehman Brothers“ sowie die Verstaatlichung des größten amerikanischen Versicherers „AIG“ haben für massive Kurseinbrüche gesorgt. Es waren in erster Linie Liquiditätsprobleme, die zu den Kursrückgängen geführt haben. Weil das Kapital, das von Marktteilnehmern benötigt wurde, äußerst knapp war, kam es zeitweise zu immensen Zinsanstiegen: Die Zinssätze, zu denen sich die Banken untereinander Geld geliehen haben, beliefen sich zwischenzeitig auf bis zu 10 Prozent.
Bei diesen Entwicklungen an den Kapitalmärkten stellen sich natürlich auch angehende Immobilienkäufer und Bauherren die Frage, welche Auswirkungen diese Geschehnisse auf die Zinsentwicklung haben werden bzw. wie diese die Hypothekenzinsen beeinflussen. Eine große Anzahl potentieller Darlehensnehmer hat derzeit Angst, dass die Hypothekenzinsen spürbar ansteigen können.
Allerdings ist davon auszugehen, dass die Zinsen auch in diesen Zeiten ihr Niveau halten werden – es könnten lediglich geringfügige Zinsschwankungen auftreten. Dies liegt unter anderem daran, dass die Banken ihre Immobiliendarlehen nicht über Anleihen, sondern über Pfandbriefe refinanzieren – und deren Kurse schwanken bei weitem nicht so stark. Robert Haselsteiner, Vorstand des Baugeldvermittlers „Interhyp“ schrieb diesen Freitag in seinem Zinsnewsletter, dass er mit einem Zinsanstieg bei den langen Laufzeiten rechnet bzw. sich deren Risikoaufschläge erhöhen werden. Allerdings in allem glaubt er jedoch nicht an einen spürbaren Zinsanstieg, weil sich die wirtschaftlichen Rahmendaten in den vergangenen Wochen spürbar verändert haben. Aufgrund trüber Wirtschaftsaussichten sowie einem Nachlassen der Inflation rechnet Haselsteiner im kommenden Jahr mit einer Leitzinssenkung der EZB, so dass auch die Hypothekenzinsen auf lange Sicht geringfügig fallen könnten.
