Immobilien oft kein Schutz gegen Inflation
Der Besitz einer eigenen Immobilie bringt verschiedene Vorteile mit sich: Neben einer höheren Lebensqualität bieten die eigenen vier Wände auch einen soliden Vermögensgegenstand, der einen zentralen Baustein der persönlichen Altersvorsorge darstellt. Traditionell wird Immobilien darüber hinaus nachgesagt, einen wirksamen Schutz gegen Inflation darzustellen. Experten ziehen letztere These nun in Zweifel: Real, d.h. bereinigt um die Teuerungsraten, seinen Hausbesitzer oft im Nachteil, da die Immobilienpreise sich langsamer entwickelten als es die Verbraucherpreise tun.
In der Tat lässt sich insbesondere in ländlichen Regionen beobachten, dass der Besitze eines Eigenheims kaum wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt: Die Objektpreise auf dem deutschen Markt stagnieren seit geraumer Zeit auf einem wenig attraktiven Niveau. Sofern sich die Verbraucherpreise jedes Jahr zwei Prozentpunkte schneller entwickeln als die Immobilienpreise, verliert ein Objekt real betrachtet dramatisch an Wert: Wer im Alter von 30 Jahren ein Haus erwirbt und dieses beim Eintritt in den Ruhestand veräußert, erhält nur die Hälfte des in Waren ausgedrückten Gegenwertes zurück.
Den meisten Kalkulationen, die mit Finanzierungsvermittlern und Banken angestellt werden, liegt eine deutliche Steigerung der Mieten und der Immobilienpreise zugrunde. Beides ist allerdings empirisch betrachtet seit der Wiedervereinigung nicht mehr der Fall. Die mäßige Entwicklung der deutschen Wirtschaft sowie der demographische Wandel werden als Hauptgründe für diese Entwicklungen gesehen.
Eines allerdings darf nicht übersehen werden: Eine Immobilie bietet unabhängig von ihrer Bewertung durch den Markt stets einen stabilen Nutzwert – es lässt sich in einem Haus wohnen. Das eigene Dach über dem Kopf ist deshalb ein Garant für Lebensqualität auch dann, wenn sich Änderungen elementarer Rahmenbedingungen ergeben – Geld und Wertpapiere hingegen sind gegen Krisen nicht gefeit.
