Immobilienfonds sollen wieder geöffnet werden
Finanz- und Wirtschaftskrise haben zahlreichen Immobilienanlegern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wer eigene Immobilien besitzt und vermietet, muss sich in zahlreichen Fällen mit gesunkenen Verkaufspreisen und stagnierenden Mieten zufriedengeben. Anteilseigner offener Immobilienfonds sind dazu gezwungen, ihre Fondsanteile zu halten, weil zahlreiche Investmentgesellschaften eine Sperre verhängt und somit den Handel der Anteile eingeschränkt haben: Käufe von Fondsanteilen sind möglich, Verkäufe hingegen nicht.
Zumindest können die Anteilseigener der Immobilienfonds wieder mit ein wenig mehr Zuversicht in die Zukunft blicken. Denn mehrere Investmentgesellschaften haben mitgeteilt, dass sie ihre Fonds bald wieder öffnen bzw. ihre so genannten Rückgabesperren beenden möchten. Somit ist es den Anlegern gestattet, ihr Kapital aus den Fonds abzuziehen.
Zu den Sperren kam es im vergangenen Oktober, als die Finanzkrise auch Deutschland mit voller Wucht erreichte. Sehr viele Anleger wollten ihre Schäfchen ins Trockene bringen und deshalb ihre Fondsanteile verkaufen. Allerdings verfügen die Investmentgesellschaften bei Immobilienfonds über einen eingeschränkten Handlungsspielraum: Wenn zu viele Anleger ihr Kapital abziehen möchten, kann es schnell zu einem finanziellen Engpass kommen, schließlich steckt der Großteil des Kapitals in Immobilien – und diese kann man nicht von heute auf morgen zu Geld machen.
In der vergangenen Woche haben mehrere Investmentgesellschaften, die ihre offenen Immobilienfonds sperren mussten, eine vorzeitige Aufhebung (vor dem Ende der offiziellen Frist) der Sperren angekündigt. Zwar haben längst nicht alle Gesellschaften konkrete Termine genannt, jedoch wird zumindest signalisiert, dass die Fonds in absehbarer Zeit wieder geöffnet werden können. Ob es dann noch empfehlenswert ist, seine Anteile abzuziehen, ist jedoch eine andere Frage.
