Immobilienmarkt: Gespaltenes Bild
Der Immobilienmarkt in der Bundesrepublik gibt nach Einschätzung von Experten noch immer ein gespaltenes Bild ab, wird aber von der internationalen Finanz- und Immobilienkrise nur in geringem Umfang beeinflusst. Nach wie vor sind zwei Gefälle-Tendenzen zu erkennen: Immobilien sind hierzulande im Norden billiger als im Süden und im Westen teurer als im Osten. Die süddeutschen Metropolen Stuttgart, München und Frankfurt am Main nehmen bei den Preisen dabei Spitzenplätze ein. Wer in der bayrischen Landeshauptstadt ein Einfamilienhaus erwerben möchte, muss mit einem Investitionsvolumen in Höhe von rund 750.000 Euro rechnen – in Dresden kosten die eigenen vier Wände dabei mit durchschnittlich 220.000 Euro nicht einmal ein Drittel.
Die Finanzkrise und der Zusammenbruch einiger europäischer Immobilienmärkte, insbesondere in Großbritannien, Spanien und Irland, haben nach Ansicht fast aller Experten kaum Einfluss auf die hiesige Preisentwicklung. Die Preisrückgänge in den Nachbarstaaten sind als Folge einer Spekulationsblase zu verstehen, die in der BRD nicht stattgefunden hat. Die deutsche Immobilienfinanzierung mit dem auf mehreren Säulen basierenden System aus Banken, Bausparkassen und öffentlichen Zuschüssen und Darlehensprogrammen gilt im internationalen Vergleich dabei als solide. Auch sind so genannte Vollfinanzierungen, bei denen Käufer ohne Eigenmittel eine Immobilie erwerben, hierzulande selten. Vollfinanzierungen gelten als eine der Ursachen für Blasenentwicklung an den Immobilienmärkten.
Das Neubaugeschäft dürfte in den nächsten Jahren eine positive Entwicklung erfahren, da mit der jüngste verabschiedeten Eigenheimrente ein neues Instrument zur Immobilienfinanzierung zur Verfügung steht, das Zinsniveau niedrig bleiben sollte und das Bedürfnis nach Immobilieneigentum angesichts der Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten zunehmen dürfte.
