In England zahlen Dicke bald mehr für ihre Lebensversicherung
Dicken geht es in Großbritannien jetzt an den Kragen oder genauer ans Portmonee. Die Versicherer des Königreichs wollen Menschen mit Übergewicht und Adipositas mehr berechnen als jenen Zeitgenossen, deren Waage sich im Normalbereich einpendelt. Bis zu 50 Prozent mehr sollen Betroffene mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 und darüber demnächst für ihre Lebens- und die Krankenversicherung zahlen. Eine Entscheidung, die abgesehen von den Versicherungsunternehmen, nicht einmal die Ärzte akzeptieren.
Dass Übergewicht für gesundheitliche Probleme sorgt und mit einem höheren Krankheitsrisiko verbunden ist, sei es ein zu hoher Blutdruck oder Probleme mit den Gelenken und dem Rücken daran gibt es keinen Zweifel. Genau diese Argumente führen die Versicherungsunternehmen jetzt an. Alleine bei „Legal & General“, die sich als größter Lebensversicherer des Landes sieht, wären rund 13 Prozent der Kunden von der Neuerung betroffen. Hinzu gerechnet werden müssen noch all die Raucher, mit denen ähnlich verfahren werden soll. Auch hier wollen die Gesellschaften die Prämie erhöhen. Morbiditätstrends nennt sich der neue Bezugspunkt für die Beiträge.
Dass dieses Vorgehen für einen Aufschrei sorgen würde, dürfte selbst die Versicherungen nicht wundern. Die Verbände der Patienten sehen die Beitragsanpassungen als Diskriminierung. Bei den Ärzten geht man davon aus, dass sich das Verhältnis zu ihren Patienten aufgrund der Neuerung erheblich verschlechtern wird. Sie halten nicht viel vom BMI als Grundlage für höhere Beiträge. Diese Kennzahl gibt ihrer Ansicht nach keinen Aufschluss über vorhandene Risiken, da sportliche Menschen mit athletischer Figur häufig auch einen höheren Body-Mass-Index hätten. Für den britischen Dachverband der Versicherungen ist das irrelevant. Für sie ist Übergewicht ein Faktor, der sich negativ auf die Lebenserwartung auswirke und müsse finanziell entsprechend berücksichtigt werden.
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