Infektionsgefahr in Südeuropa akut! Experten raten zu Schutzmaßnahmen
Deutschlands Internisten (BDI) mahnen bei Reisen in den süd- und osteuropäischen Raum zur Vorsicht. Klimaerwärmung und eine hohe Frequenz bei internationalen Reisen und Transporten werden bereits ab jetzt das Risiko erhöhen, auch im Urlaub an einer tropischen Infektion zu erkranken.
Die Erreger sind wie der Mensch in kurzer Zeit von Kontinent zu Kontinent unterwegs, was in warmen oder feucht-warmen Regionen und schließlich auch in gemäßigten Zonen auch den vielen Aren der Stechmücken zum Lebensraum werden kann.
In der Region Ravenna, Italien, gab es in 2007 rund 200 Fälle von Chikungunya-Fieber - eine Viruserkrankung aus Südafrika und Südostasien, die von Mücken übertragen wird und schmerzhafte Gelenke verursacht.
Ein Reisende aus Indien soll das Virus eingeschleppt haben. Sich gegen die Mücke und damit gegen das Virus zu schützen macht nur Sinn mit Netzen oder Salben. Fälle aus der Türkei und aus Russland markierten im gleichen Zeitraum das Krim-Kongo-Fieber, das in Afrika und Asien verbreitet ist und durch Zecken übertragen wird.
Doch auch in klimatisch gemäßigten Regionen der Welt sind Bevölkerung und Reisende durch bestimmte Mücken und in der Folge durch typische Erkrankungen gefährdet. Auch Europa wird damit zum Schadensgebiet für Infektionskrankheiten, die bislang nur in den Tropen und Subtropen verbreitet waren. Epidemien sind jedoch nicht zu befürchten, auch ist noch keine dieser Krankheiten in Europa festgesetzt”, erklärt der Tropenmediziner weiter. Vielmehr als Europa würden die Entwicklungsländer in Zukunft mit diesen Tropenkrankheiten zu kämpfen haben.
Wenn die durch Zecken übertragenen Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) sich nördlich ausbreitet, ist dies dann auch Tatsache. Gegen das Risiko kann man sich durch Impfung schützen. Bei Reisen nach Süditalien, die Türkei oder in die Maghreb-Staaten (afrikanischen Mittelmeerküste) sollte man sich in jedem Fall gegen Hepatitis A impfen lassen und auch auf die Ernährung achten. In diesen Regionen ist das Hepatitis A-Virus, das eine infektiöse Leberentzündung verursacht, teils noch weit verbreitet. Tropenmediziner warnen: Erkrankungen von Touristen in diesen Ländern treten auf, weil nicht an eine Gelbsucht-Impfung gedacht wurde.
