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Donnerstag, August 14, 2008

Infrastrukturfonds – selbst mal einen Flughafen bauen

Seit einiger Zeit machen Infrastrukturfonds von sich reden. Insbesondere in der Verbindung von öffentlicher Hand, Staat und privatem Kapital wird viel Rendite und gleichzeitig Sicherheit versprochen. Ob das alles so stimmt, mag dahingestellt sein. Tatsache ist jedenfalls, dass die Infrastruktur hohen Kapitalbedarf hat. Unter Infrastruktur versteht man alles, was mit Wasser, Gas, Strom, Straßen, Krankenhäusern, Schulen etc. zu tun hat. Kraftwerke zählen ebenso dazu. Nicht zuletzt die hohen Reparaturkosten an bestehenden Anlagen spielen eine wichtige Rolle und überfordern die Kommunen bzw. den Staat bei weitem.

Insofern werden Infrastrukturfonds gepuscht, um privates Kapital hineinzuziehen. Der Bedarf an Investitionen insbesondere in Ländern wie China und Indien ist gigantisch, ebenso der Investitionsbedarf in den westlichen Ländern. Infrastrukturfonds kamen bislang als geschlossene Fonds oder Dachfonds daher. Hier können sich die Strategien aber auflockern. Von den Herausgebern dieser Fonds werden sie über den grünen Klee gelobt, da der Bedarf hoch ist und die Renditen interessant erscheinen. Aber auch der Sicherheitsaspekt mit dem Staat als Hintergrund wird immer wieder als Argument genannt. Allerdings sollte sich der Anleger nicht täuschen lassen, sondern genau hinschauen. Denn es können auch Szenarien eintreten, die das Investment zu einem Negativgeschäft machen. Unwägbarkeiten sowohl in den einzelnen Ländern als auch bei den Kapitalgebern können das Ganze schnell in einen Minusbereich hineintreiben.

Am Beispiel von Autobahnen könnte es vielleicht so aussehen, dass der Anleger und Investor zunächst das Kapital gibt, um eine solche zu bauen oder instandzuhalten. Danach zahlt er Steuern darauf und letztendlich eventuell eine Maut. Er zahlt dann möglicherweise dreimal für dieselbe Strecke und erwirtschaftet vielleicht eine Rendite von acht Prozent vor Abgeltungssteuer und sonstigen Steuern, die er zu zahlen hat. Neben zunehmend ausgebauten Infrastrukturfonds sind jetzt auch deren Zertifikate unterwegs, die den Einstieg in diesen interessanten, aber risikoreichen Bereich erleichtern. Strom, Transport, Post und Straßen werden sicherlich immer gebraucht. Insofern ist der Aspekt Verlässlichkeit gegeben. Allerdings kann der Wettbewerb, der in diesem Bereich zunehmend stattfindet, die Rendite belasten. Als interessante Beimischung und Erfahrung kann sich solch ein Fond eventuell gut machen.

(Die Aussagen dieses Beitrags sind keine Anlageempfehlung und ersetzen nicht die Beratung durch einen qualifizierten Anlageberater.)

Posted by Uwe on 08/14 at 06:03 AM
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