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Sonntag, Juni 22, 2008

Inverse Zinsstrukturkurve: interessant für Darlehensnehmer

Bei der Darlehensgestaltung sind angehende Darlehensnehmer darum bemüht, ihre Immobiliendarlehen möglichst so auszuarbeiten, dass diese besonders günstig sind. Aus diesem Grund entscheiden sie sich bevorzugt für vergleichsweise kurze Zinsbindungen, weil aus dieser Wahl ein geringfügiger Zinsvorteil einhergeht. Allerdings ist es nicht immer sinnvoll, sich für den Abschluss einer kurzen Zinsbindung zu entscheiden: immerhin birgt sie das Risiko, schon bald eine Anschlussfinanzierung zu einem womöglich höheren Zinssatz vornehmen zu müssen. Gerade wenn man seine Immobilienfinanzierung in Zeiten niedriger Hypothekenzinsen abschließt, ist es besser, sich den niedrigen Zinssatz für einen möglichst langen Zinsraum zu sichern.

Derzeit gibt es jedoch noch einen weiteren Grund, der für die Wahl einer längeren Zinsbindung (15 bis 20 Jahre) spricht. Gemeint ist die Situation an den Zinsmärkten, die eher außergewöhnlich ist: die Zinssätze für kurze Laufzeiten liegen über den Zinssätzen für lange Laufzeiten – Zinsexperten sprechen auch von einer inversen Zinsstrukturkurve. Für angehende Darlehensnehmer bedeutet dies, dass sie damit besser bedient sind, sich für eine lange Zinsbindung zu entscheiden, um somit in den Genuss der besseren Konditionen zu gelangen.

Eine inverse Zinskurve bringt für Immobilieneigentümer noch einen Vorteil mit sich: die Zinsaufschläge für Forwarddarlehen fallen vergleichsweise gering aus. Erst vorgestern ließ Robert Haselsteiner, Vorstand des Baugeldvermittlers Interhyp, verlauten, dass inzwischen einige Kreditinstitute dazu übergegangenen sind, die so genannten Forwardaufschläge völlig zu streichen. Für zukünftige Anschlussfinanzierer bedeutet dies, dass sie sich schon jetzt den Zinssatz für ihre Anschlussfinanzierung sichern können (und zwar auf dem aktuellen Zinsniveau, ohne Aufschlag), selbst wenn diese erst in einigen Jahren stattzufinden hat.

Posted by Jochen on 06/22 at 12:28 PM
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