Jeder Dritte zweifelt am Sinn der privaten Altersvorsorge
Die Allensbach-Untersuchung „Altersvorsorge in Deutschland“, die seit 2003 im Auftrag der Postbank durchgeführt wird, zeigt in diesem Jahr eine erschreckende Tendenz auf: Immer mehr Deutsche setzen den Rotstift bei der privaten Altersvorsorge an. 17,4 Prozent, damit fast jeder fünfte Bundesbürger, haben aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise bereits die Sparraten gekürzt oder gleich ganz gekündigt. 53 Prozent wollen alles so belassen und ihre Absicherung nicht weiter aufstocken.
Dabei fällt auf, dass gerade die junge Generation im Alter von 16 bis 29 kaum noch bereit ist, für das Alter vorzusorgen. Nur 13 Prozent von ihnen zahlen in eine Riester-Rente ein. Vor gut einem Jahr waren es noch zehn Prozent mehr. Unabhängig vom Alter haben 32 Prozent der Befragten Zweifel, ob es überhaupt Sinn macht, in eine der privaten Anlageformen zu investieren. Das Vertrauen in die Informationen zur privaten Altersvorsorge haben inzwischen 31 Prozent verloren.
Grund für den Sinneswandel ist die Krise. Sie sorgt vor allem bei Haushalten mit mittlerem Einkommen dafür, dass die Bereitschaft zur Altersvorsorge abnimmt. Schon jetzt gibt jeder dritte Berufstätige an, später kein Geld aus einer privaten Absicherung zu erhalten. Befürchtet wird zudem, dass die Wirtschaftskrise sich auf die gesetzliche Rente auswirken könnte. 45 Prozent gehen davon aus, dass sie Einbußen haben werden.
Uneinig sind sich die Umfrageteilnehmer, wie viel Geld zurückgelegt werden muss, um den aktuellen Lebensstandard halten zu können. 180 Euro sagen Haushalte mit einem Nettoeinkommen zwischen 1.500 und 2.499 Euro. Bei einem Einkommen unter 1.500 Euro wurde ein Wert von durchschnittlich 235 Euro genannt. Deutlicher ist da schon der Trend zum Eigenheim. Jeder zehnte plant den Kauf einer Immobilie. Allerdings gehen nur 39 Prozent davon aus, im Rentenalter tatsächlich Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung zu sein.
Postbankvorstand Michael Meyer, sieht die Ergebnisse der aktuellen Studie kritisch: „Die Gefahr ist damit offensichtlich: Aus der Finanz- und Wirtschaftskrise kann jetzt eine langfristige Krise der Altersvorsorge werden.“ Daher fordert er eine gesetzliche Pflicht zur privaten Vorsorge. Gegen solche Pläne sprechen sich jedoch 34 Prozent der Bundesbürger aus. Sie sind aufgrund der Krise überhaupt nicht in der Lage, Geld auf die hohe Kante zu legen.
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