Kapitallebensversicherungen sicher?
Die Finanzkrise schockt Märkte und Bürger mit immer neuen Höhepunkten: Dem spektakulären Zusammenbruch des traditionsreichen Investmenthauses Lehman Brothers folgte ein monströser Kredit der amerikanischen Notenbank an den einst größten Versicherer der Welt, AIG, und die britische Großbank HBOS wurde zu einem Spottpreise vom Konkurrenten Loyds TSB übernommen. In Zeiten, in denen nichts mehr so ist wie es einmal war stellen einige Fachleute auch die Sicherheit klassischer, deutscher Kapitallebensversicherungen in Frage.
Versicherungen investieren die Mittel der Anleger außerordentlich konservativ und bedienen sich dazu größtenteils Wertpapieren bester Bonität aus dem verzinslichen Bereich. Genau dies aber könnte sich angesichts des kollabierenden Finanzsystems als Fehler erweisen: Bis vor einem Jahr wurden viele der Wertpapiere, die heute im wesentlichen aus Papier und nicht aus Werten bestehen, von den Rating-Agenturen als sicher eingestuft und erfüllten so die Anforderungen für defensive Portfoliozusammensetzungen. Im schlimmsten denkbaren Fall könnten also auch die Guthaben einer Lebensversicherung in Gefahr geraten, wenn die Assekuranz verstärkt verbriefte Hypothekenforderungen aus den USA gekauft hat.
Grund zur Panik besteht indes nicht: Aller Voraussicht nach haben deutsche Lebensversicherer nicht in großem Stil die betroffenen Anleihen erworben, so dass Verluste, wenn sie denn überhaupt entstehen, durch die Erträge anderer Anlagen wie denen von Bundeswertpapieren und anderen sicheren Anleihen aufgefangen werden können. Policen, die auf einem Investmentfonds beruhen, sind ohnehin sicher bzw. lediglich mit den üblichen Risiken des Aktienmarktes verbunden.
Welche Auswirkungen die Finanzkrise noch haben wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit absoluter Sicherheit vorhersagen. Anleger werden aus den Ereignissen jedoch ihre Konsequenzen ziehen und in Zukunft bei der Geldanlage genauer hinschauen.
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