Kaufen auf Pump - noch immer verlockend!
Schräge Konsumfinanzierung
Wie im Kindervers vom Scheich und dem Emir (...da geh’n wir lieber gleich…) geht es nicht! Denn eine Leistung zu zahlen, ist eine der Erfüllungspflichten aus dem Kaufvertrag. Doch was verlockend klingt - heute kaufen und später zahlen - wird europaweit zum Konsum-Köder. Die Idee kommt vom Handel, der da hofft, dass die Umsatzsegel wieder gebläht werden. Sinkender Konsum bedeutet nämlich auch lange Lagerzeiten, und die kosten Geld!
Wie aber lässt sich vermeiden, dass Einzelne ihrer Kaufsucht wegen bei durchschnittlichem Einkommen in die Schuldenfalle tappen? “Der” Konsument - anonym und im Durchschnitt - findet zunehmend Gefallen am Kauf auf Pump, den auch große Handelsketten offensiv mit Teilzahlung beweben.
Bei schwacher Nachfrage und lahmender Konjunktur sind Anreize zum Konsum selbst für die Banken eine Geschäft: kleine Kredite verursachen eher weniger Ausfallrisiken als wenige Großkredite.
Jede Menge an Arbeit und Information also auch für die Schuldnerberater, denen die Devise “heute kaufen und später zahlen” ein Dorn im Auge ist.
Finanzieren ist (zu) bequem
Wer als Händler mit Ratenzahlungen bis zu 30 Monaten und zinsenfrei lockt, der versucht, Kunden mit Aktionen für sich zu gewinnen. Besonders beliebt: Ratenzahlung bei Küchen. Die Kundenkredite zahlen sich aus; sie schaffen Konkurrenzvorteile und führen dazu, das schon mal ein Kauf früher getätigt wird als er geplant war. Doch auch kleine Einrichter haben die Ratenzahlung für langlebige Konsumgüter entdeckt. Denn Konsumentenkredite sind Dienstleistungen. Je einfacher die Finanzierung, desto eher wird gekauft. Es entspricht dem Trend zu Convenience, zur Bequemlichkeit, und gehört vielfach zum Beratungsgespräch.
Abstottern nicht mehr in Verruf
Studien zeigten: Jeder zweite Verbraucher ist bereit, mehr als geplant für Einrichtung auszugeben, wenn sich ihm Teilzahlung anbietet. Das nun gilt bereits für sieben Prozent der Möbel, die über Raten finanziert werden.
Und das ist nicht nur eine Einstellung für junge Leute oder solche mit geringem Einkommen, glauben 89 Prozent der Befragten. Kauf mit Anzahlung und Raten ist also aus der Ecke des Verrufs rausgekommen, wird doch auch die Vereinbarung dazu leger abgewickelt.
Ganz klar im Trend sind Teilzahlungen im Auto- und im Versandhandel. Finanzierungspartner sind meist die Herstellerbanken, die die Bonität prüfen und das Inkasso übernehmen. Die Laufzeiten liegen bei bis zu fünf Jahren. Werden Kredite zinsfrei ausgehandelt, gibt es - wenn überhaupt - nur noch geringe Rabatte.
Zu beachten sind Bearbeitungs- und Kreditgebühren oder auch der Abschluss einer Restwertversicherung zu Lasten des Schuldners.
Zum Problem für Schulderberater werden die Fälle, bei denen eine finanzschwache und bereits verschuldete Klientel weiter auf Pump kauft.
Kredite bei Banken sind da längst nicht mehr drin, weshalb der Ratenkauf als Warenkredit dann vom Verbraucher mit seinen vielen Wünschen als “berechtigt” betrachtet wird. Käme dazu noch die Reisefinanzierung, gilt die schräge Konsumfinanzierung als komplett.
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