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Montag, Dezember 05, 2011

Kein Boom bei Pflegezusatzversicherungen

„Zur Not geht das Erbe drauf“, erklärten sieben Prozent der Österreicher auf die Frage des Wirtschaftsmagazins „Gewinn“, wer im Pflegefall für die Kosten aufkommen soll. Eine riskante Einstellung, denn Pflege ist teuer, ob nun im Heim oder zu Hause mit Unterstützung von Fachkräften. Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer setzt daher auf eine Kombination aus staatlicher und privater Vorsorge. Diese Variante würden 40 Prozent bevorzugen.

Unter dem Strich herrscht in der Alpenrepublik aber – wie übrigens auch in Deutschland – eine eher zurückhaltende Stimmung, bei der nach wie vor auf den Staat gesetzt wird. 15 Prozent erwarten, dass die Pflege über Steuereinnahmen finanziert wird. Elf Prozent favorisieren eine Fondslösung, die ebenfalls mit Steuergeldern gespeist werden soll, und nur zehn Prozent sehen in der privaten Vorsorge mit Zusatzpolicen die Lösung für die Zukunft. Die Bereitschaft, einen solchen Vertrag zu unterschreiben, hält sich aktuell aber noch in Grenzen. Viele (34 Prozent) warten darauf, welche Marschroute der Staat vorgibt. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) sind nicht an einer Pflegezusatzversicherung interessiert, 25 Prozent denken über den Abschluss nach und neun Prozent haben den Vertrag schon in der Tasche.

Diese Daten decken sich nicht ganz mit den Ergebnissen, die im September von der GfK Austria GmbH vorgestellt wurden. Die Meinungsforscher hatten im Auftrag der Wiener Städtische Versicherung AB Vienna Insurance Group zu den Themen Pflege und Pflegezusatzversicherung nachgehakt. Demnach betreiben nur fünf Prozent der Österreicher private Pflegevorsorge. Viel gravierender ist aber, dass die finanziellen Konsequenzen eines Pflegefalls völlig falsch eingeschätzt werden. Mit 1.500 Euro monatlich, die 40 Prozent als ausreichend nannten, kommt man nicht weit. Immerhin: 70 Prozent wären bereit, eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen. Die Wiener Städtische schlägt diesbezüglich ein prämiengefördertes Modell vor, um für ein wenig mehr Motivation zu sorgen.

Posted by Andre on 12/05 at 08:53 PM
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