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Freitag, September 24, 2010

Keine Angst vor durchgehenden Zinsbindungen

Die Zinsbindung bestimmt den Zeitraum, für welchen der Zinssatz eines Immobiliendarlehens als fest vereinbart gilt. Hierdurch wird Sicherheit geschaffen: Unabhängig davon, wie sich die Zinsmärkte auch entwickeln, bleibt der Zinssatz des Darlehens immer gleich hoch bemessen. Deshalb ist es gerade in Zeiten wie diesen, in denen das Baugeld äußerst günstig ist, geradezu empfehlenswert, sich für die Wahl langer Zinsbindungen zu entscheiden.

Allerdings kommt dies in der Praxis eher selten vor. Der Großteil der Darlehensnehmer entscheidet sich für eine Zinsbindung von 10 Jahren. Dies hat vor allem damit zu tun, dass die Zinssätze von Darlehen mit kurzer Zinsbindung ein wenig niedriger bemessen sind und daher durch Wahl einer solchen Zinsbindung eine kleine Ersparnis erzielt werden kann. Allerdings darf das Zinsrisiko nicht außer Acht gelassen werden. In den kommenden Jahren könnten die Hypothekenzinsen womöglich spürbar steigen, wodurch eine Anschlussfinanzierung kostspielig wird – dies trifft vor allem dann zu, wenn zuvor keine hohe Tilgung geleistet wird.

Weil sich die Hypothekenzinsen momentan auf Tiefstand befinden, kann es sogar Sinn machen, eine durchgehende Zinsbindung zu wählen. Gemeint ist eine Zinsbindung, die vom Tag der Darlehensaufnahme bis zur vollständigen Rückzahlung gilt. Solch lange Zinsbindungen sind heutzutage bei immer mehr Banken erhältlich. Zu einem dieser Anbieter zählt beispielsweise die Commerzbank, die schon Zinsbindung von 30 Jahren angeboten hat. Es gibt einige Banken, die sogar noch längere Zinsbindungen erlauben. Laut dem Baugeldvermittler „Hypothekendiscount“ sind sogar bis zu 40 Jahre möglich.

So mancher Interessent wird bei solch langen Zeiträumen womöglich erst einmal verunsichert sein. Doch in der Praxis kommt es häufig vor, dass 30 Jahre benötigt werden, um ein Immobiliendarlehen vollständig zu tilgen. Folglich bietet es sich an, einmal zu ermitteln, wie viel Zeit man voraussichtlich für die Darlehensrückzahlung benötigen wird. Falls 25 bis 30 Jahre ermittelt werden, bietet sich die Wahl einer solch langen Zinsbindung an – dann wären die aktuellen Niedrigzinsen dauerhaft gesichert.

Angst, dass ein Ausstieg aus dem Darlehensvertrag vor Ablauf der Zinsbindung nicht mehr möglich ist, braucht man übrigens nicht zu haben. Dank dem gesetzlich zugesicherten Sonderkündigungsrecht ist ein früherer Ausstieg (frühestens nach 10 Jahren) möglich – es muss lediglich rechtzeitig, also mit einem halben Jahr Vorlaufzeit, gekündigt werden.

Posted by Jochen on 09/24 at 09:28 AM
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