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Freitag, August 27, 2010

Keine Angst vor Forwarddarlehen

Das Thema Anschlussfinanzierung gilt für einen großen Teil der Immobilieneigentümer als unausweichlich. Denn nur wenigen gelingt es, ihr Immobiliendarlehen innerhalb der ersten Zinsbindung in voller Höhe zurückzuholen. Zumeist müssen ein bis zwei Anschlussfinanzierungen vorgenommen werden. Gemeint ist die Ablösung des Restschuldbetrags durch neue Darlehen.

Die Verlängerung einer Immobilienfinanzierung birgt gewisse Risiken, unter anderem auch ein Zinsrisiko. Schließlich können sich die Hypothekenzinsen im Lauf der Zeit verändern – und ggf. auch steigen. Deshalb bietet es sich an, attraktive Darlehenskonditionen rechtzeitig zu sichern, um später von ihnen profitieren zu können.

Mit einem sogenannten Forwarddarlehen ist dies besonders gut möglich. Ein Forwarddarlehen erlaubt es, den Zinssatz für eine spätere Finanzierung schon bis zu dreieinhalb Jahre vor der eigentlichen Umfinanzierung zu sichern. So gesehen müsste das Interesse derzeit sehr groß sein, schließlich waren die Hypothekenzinsen seit der Nachkriegszeit noch nie so günstig.

Allerdings ist dennoch eine gewisse Zurückhaltung zu spüren, was vor allem am sogenannten Forwardaufschlag liegt. Die Aufschläge haben in den letzten Wochen deutlich angezogen, weshalb einige Interessenten verunsichert sind. Die Funktionsweise eines solchen Aufschlags ist relativ simpel: Für jeden Monat bis zum Zeitpunkt der Umfinanzierung wird ein Aufschlag auf den Grundzins berechnet. Nehmen wir an, die aktuellen Hypothekenzinsen liegen bei 3,3 Prozent nominal, der Forwardaufschlag liegt bei 0,03 Prozent pro Monat und das bestehende Immobiliendarlehen soll in einem Jahr abgelöst werden. In diesem Fall würde sich der gesamte Aufschlag auf 0,36 Prozent (0,03 Prozent mal 12 Monate) belaufen, sodass der Darlehenszins bei 3,66 Prozent nominal liegt.

Dieser Aufschlag wirkt zunächst einmal abschreckend. Allerdings sind hohe Forwardaufschläge auch ein Signal: Die Marktteilnehmer (vor allem Banken) rechnen mit steigenden Zinsen. Somit ist es erst recht interessant, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen und ggf. auch ein Darlehen abzuschließen. Denn sollten die Hypothekenzinsen erst einmal anziehen, kann der Zinsanstieg noch wesentlich größer ausfallen.

Posted by Jochen on 08/27 at 09:11 AM
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