Kfz-Haftpflicht soll wieder Gewinne bringen
”...und sagen Sie nie wieder Unkosten!” Denn es sind tatsächlich “echte und kalkulatorische Kosten”, die das unternehmerische Ergebnis belasten, auch wenn rein steuerlich der Aufwand bei gegebenem Umsatz an Versicherungsbeiträgen den Gewinn oder auch den Verlust bestimmt.
Wenn seit Anfang 2010 einige der Autoversicherer die Tarife für den Versicherungsschutz verteuert haben, ist für die Verbraucher nur schwer erkennbar, wenn behauptet wird, “Geschäfte lassen sich mit der Kfz-Sparte nicht machen”. Doch die absoluten Zahlen sprechen wohl ein anderes Ergebnis: Durch die Regulierung von Haftpflicht- und Kaskoschäden ergab sich seit der Jahrtausendwende eine Unterdeckung bei den Prämien von rund drei Milliarden Euro. Verluste, die mit Erträgen aus anderen Sparten zwar ausgeglichen werden konnten, doch sanken bei hartem Wettbewerb die Durchschnittstarife bei der Kfz-Haftpflicht bei Neuverträgen von 2005 bis 2009 um etwa 23 Prozent.
Hohe Zahl an Fahrzeugwechsel
Warum die Kfz-Versicherung als Verlustbringer gilt, liegt trotz hoher Abschlussquoten an der Pflichtversicherung für neun Millionen Fahrzeugwechsel pro Jahr daran, dass parallel dazu versucht wird, den Kunden auch für andere private Versicherungen zu ködern.
Da waren dann Prämienerhöhungen erforderlich, doch nicht zu realisieren, weil Verbraucher sehr wechselwillig sind. Das ergab lange Zeit Prämien wie noch in 1996. Deren Einnahmen hätten zwar bei gesunkener Schadenhäufigkeiten gereicht, doch waren es die Preissteigerungen, die inflationär wirkten.
Das derzeitige Preisniveau veranlasste die Anbieter, auch über Werkstattbindung Minderungen bei Teilepreisen oder Stundenverrechnungssätzen einzufordern. Reichte dies nicht, waren Versicherer gezwungen, Reserven anzugreifen. Damit lag auf der Hand, dass Preiserhöhungen fällig wurden, um das Minus aus dem Schadenbedarf auszugleichen. Wenn künftig Schadenabwicklung und Verwaltung optimiert werden, wenn Werkstatt-Steuerungstarife oder Vereinbarungen mit Herstellern und Händlern greifen und wenn Standards bei elektronischen Prozessen laufen, wird sich der Schadenbedarf reduzieren lassen.
Noch gelten beliebige Rabatte
Noch aber konkurriert man in der Branche mit fast beliebigen Rabatten, obwohl in den Medien das Ende der Tarife-Talfahrt bereits verkündet wurde. Im operativen Geschäft der konkurrierenden Angebote sind nämlich Beliebigkeitsrabatte und Sondereinstufungen sowohl privat wie gewerblich noch immer angezeigt.
Noch fehlt das Branchen-Bewusstsein, dass es in der Auto-Versicherung zu Erträgen kommen muss. Zusätzlich muss es gelingen, den Kunden im Autohaus die Qualität der Schadenregulierung als Wert zu verkaufen. Dann lassen sich auch Prämien durchsetzen, bei denen Autohaus und Versicherer Erträge erzielen können. Für 2010 wird sich der Markt jedoch kaum mehr auffangen lassen, gibt es ja noch das Risiko jährlich wiederkehrender Elementarschäden wie den des Hagels. Qualitätsversicherer haben gegen die Billiganbieter das Argument, die Zufriedenheit bei den Kunden und die partnerschaftliche Beziehung zum Kfz-Gewerbe im Schadenfall herauszustellen. Wenn dann noch weitere Versicherungsunternehmen sich für ihre Servicequalität bei der Kfz-Schadensregulierung noch zertifizieren lassen, kann dies die Branche auf besondere Weise beleben.
News • Interessantes • Sicherheit • Versicherungen • Haftpflicht • KFZ-Versicherung • Tipps • Wirtschaft • Wissenswertes • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink
