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Dienstag, Oktober 07, 2008

Öko-Test: Riester-Rente lohnt sich nur für Frauen

Die Zeitschrift „Öko-Test“ widmet sich der Riester-Rente und greift dabei einen Kritikpunkt auf, den sich die Versicherungsbranche nun schon seit geraumer Zeit anhören muss – aber nichts daran geändert hat: Die Assekuranzen nutzen das Altersvorsorge-Produkt als Goldesel, der ordentlich Geld in die Kassen spült. Ob Schlag ins Gesicht oder einfach nur ein Aufwärmen bekannter Tatsachen sei dahingestellt. Das Problem, das Öko-Test anspricht und das in die Testergebnisse einfließt, ist die Lebenserwartung, anhand der die Tarife und Renten kalkuliert werden. Da Frauen länger leben, profitieren sie entsprechend mehr von einem Riester-Vertrag als Männer.

Unter dem Strich steht bei den 316 Tarifen, die unter die Lupe genommen wurden, 28 Mal ein gutes bis sehr gutes Ergebnis für die weibliche Versicherungskundschaft. 54 Mal gab es ein mittelprächtiges Testergebnis. Bei den Herren der Schöpfung fängt die Skala erst beim „ausreichend“ an und reicht bis hin zu sechs Totalausfällen. Ursache sind die Unisex-Tarife, die vom Gesetzgeber vorgeschrieben werden. Es gibt, im Gegensatz zu vielen anderen Versicherungssparten wie etwa der privaten Krankenversicherung, keine Unterschiede bei den Prämien für Mann und Frau. Jeder zahlt entsprechend seines Einkommens und erhält bei gleicher Beitragsleistung auch die gleiche Rente ausgezahlt. Je länger man etwas davon hat – und hier sind die Frauen, wie bereits erwähnt, klar im Vorteil – desto höher die Rendite.

Noch besser verdienen aus Sicht von Öko-Test allerdings die Versicherungen selbst. Sie kalkulieren mit einer überdurchschnittlich hohen Lebenserwartung, die sich in einer niedrigen Rente widerspiegelt. Problematisch sei das vor allem für Geringverdiener, da ihre Lebensdauer laut Statistik drei bis fünf Jahre unter der von Beamten und Besserverdienern liege. Dieser Kundenkreis habe dadurch enorm hohe Einbußen. Bei einem 30-jährigen Familienvater seien es hochgerechnet 37.000 Euro, die zum Teil als Risikogewinn auf den Konten der Versicherungen landen. Für Öko-Test Grund genug, die Politik zum Handeln aufzufordern.

Posted by Andre on 10/07 at 07:02 AM
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